Es ist das derzeit größte Neubaugebiet in Ulm und es soll für Entlastung auf dem angespannten Wohnungs- beziehungsweise Immobilienmarkt sorgen. 550 Wohnungen für insgesamt 1600 Menschen entstehen in den kommenden Jahren in drei Etappen im nördlich der Böfinger Steige gelegenen Neubaugebiet "Am Lettenwald". 120 Grundstücke sind für freistehende Einfamilienhäuser vorgesehen, 20 für versetzt stehende Reihenhäuser - im Fachjargon Kettenhäuser genannt - und weitere 21 Grundstücke für drei- bis zehnstöckige Geschossbauten, sagt Ulrich Soldner, Chef der Ulmer Liegenschaftsabteilung. Laut Gemeinderatsbeschluss müssen ein Drittel dieser Wohnungen vier oder mehr Zimmer haben. "Nur so können wir die große Nachfrage nach familiengerechtem Wohnraum befriedigen", sagt Soldner.

Nun sind erst einmal die Grundstücksvergaben für den ersten Bauabschnitt abgeschlossen worden. Soldner zufolge kamen auf 14 zu vergebende Einfamilienhaus-Grundstücke 500 Bewerber, die hohe Zahl resultiere allerdings auch daraus, dass sich viele Bauwillige gleich mehrfach und somit auch in anderen Ulmer Ortsteilen beworben hatten. Die ersten Bewohner dürften im Frühjahr 2013 einziehen, schätzt der Liegenschaftsamts-Chef. Dann soll auch die nächste Vergaberunde beginnen, bei der es um 30 Einfamilienhaus-Grundstücke geht.

Für freistehende Bauten liegen die Grundstücksgrößen bei 340 bis 560 Quadratmeter, für Kettenhäuser bei 225, für Mehrstockhäuser bei 400 bis 1250 Quadratmeter. Laut Soldner kostet ein Quadratmeter Grund 185 Euro (Einfamilienhäuser), bei Reihenhäusern sind es 180 Euro, bei Geschossbauten 220 Euro. Hinzu kommen Erschließungskosten: 65 Euro pro Quadratmeter.

Auch für die Infrastruktur ist gesorgt. So wurde schon mit dem Bau eines fünfgruppigen Kindergartens begonnen, an den Eingang des künftigen Wohnquartiers kommt eine Dienstleistungszeile. Der "Lettenwald" wird komplett an die Fernwärme Ulm (FUG) angeschlossen. Straßenbahnhaltestellen befinden sich an der Böfinger Steige.

2005 hatte die Stadt die 11 Hektar für Wohnungsbau gekauft. Der Architektenwettbewerb gewannen die Münchner Büros Teamwerk Architekten und Landschaftsarchitekten Ergebnisgrün. Es folgten Auseinandersetzungen, ob das Neubaugebiet an die B 19 angeschlossen werden soll. Diese Option besteht zwar noch, ein Plan existiert aber nicht.