Wer gut vorbereitet ist, tut sich am Start leicht. Das gilt auch für die Schule - und das ist die Idee der Ulmer Sommerschule. 20 Werkrealschüler aus Ulm und dem Alb-Donau-Kreis, die in die achte Klasse kommen, nehmen daran teil - freiwillig in der letzten Woche der Sommerferien. Aber mit normalem Unterricht sei die Woche nicht zu vergleichen, betont Andrea Göpel-Traub von der Stifter-Schule, wo das Projekt organisatorisch angesiedelt ist. Denn die Gruppe ist ins Kleinwalsertal gefahren, ins Schullandheim Schlössle in Hirschegg. Möglich ist das, weil das Kultusministerium Baden-Württemberg das Projekt Sommerschule finanziell unterstützt. 31 Standorte gibt es heuer.

"Wir wollen hoch hinaus" lautet das Motto der Ulmer. Das ist gewollt doppeldeutig gemeint: "Die Idee ist es, schwächeren Schülern, die nur probeweise in die achte Klasse versetzt wurden, einen guten Start ins neue Schuljahr zu ermöglichen", erklärt Göpel-Traub. Jeden Vormittag haben die Schüler in Kleingruppen zwei volle Stunden Unterricht, und abends eine weitere in Deutsch, Englisch und Mathe. Die vier Lehrer, die mitgefahren sind, opfern ebenfalls freiwillig eine Ferienwoche. Göpel-Traub: "Durch die individuelle Betreuung macht es bei den Schülern manchmal spürbar klick, so dass sie sagen: Jetzt hab ichs wirklich kapiert. Das macht die Sommerschule für die Teilnehmer zu einer tollen Sache."

Zur Belohnung und Motivation stehen jeweils für den Rest des Tages Outdoor-Aktivitäten an: Bergabenteuer aller Art mit Wandern, Klettern, Flussqueren, Abseilen und anderes. Kooperationspartner ist die Bergschule Kleinwalsertal. Ziel der sportlichen Aktivitäten ist es, dass die Jugendlichen Selbst- und Verantwortungsbewusstsein füreinander entwickeln.

"Das Motto Wir wollen hoch hinaus bezieht sich nicht nur auf die Berge", sagt Andrea Göpel-Traub. "Wir wollen den Kindern vermitteln, dass manchmal Wille, Anstrengung, Ausdauer und Planung nötig sind, um ein Ziel zu erreichen und damit aber auch Erfolg zu haben."

Damit die Sommerschule nachhaltig wirkt, haben die Schüler ihre Ziele fürs neue Schuljahr auf Postkarten geschrieben, die ihnen in einem Vierteljahr geschickt werden. Dann gibt es auch nochmal Gespräche mit den betreuenden Lehrern.