„Jesus is the light of the world“: Ginge es nach Owen Nixon, „minister of music“ an der Saint Mary Church of Christ in God in Suffolk im US-Staat Virginia sollte das Publikum wenigstens diese Glaubensgewissheit mit nach Hause nehmen, falls die schönen Lieder und die verrückten Tanzeinlagen bald vergessen sein sollten.

Aber diese Gefahr ist gering. Schon das achte Mal gastierte die Show der Gospel People in der wieder mal gut besuchten Pauluskirche. Diesmal lautete das Tourmotto „See the light“ handwerklich wie leidenschfatlich grandios dargebotene Musik. Die sieben aus dem mittleren Westen und Südosten der USA stammenden Musiker, Sängerinnen und Sänger des Ensembles verbindet eine langjährige Erfahrung in der christlichen Musik, sei es in tourenden Gospelbands oder in der traditionellen Kirchenmusik.

Frontmann Owen Nixon, der mit seinem großen Charme ganz im neutestamentlichen Sinne Menschen fischte, sind Berufung und Talent mehr oder weniger schon in die Wiege gelegt worden. Sein Vater, der ehemalige Boxchampion Dr. Dwight A. Nixon, kümmert sich seit 30 Jahren als Pastor um die Schäfchen seiner Gemeinde. Nixon junior steht ihm mit seinem kirchenmusikalischen Amt tatkräftig zur Seite – wenn er nicht gerade mit den Gospel People um die Welt reist. Aus seinem Mund klang die geschmeidige Ballade „I’ll Be Your Evidence“, für die er vom künstlerischen Leiter Charles W. Creath den Flügel übernahm, voller Überzeugung.

Weil diesmal nur Brandon Landrum am Keyboard und Ernest Meredith am Schlagzeug unterstützten, konnte seine Stimme ihre volle Wirkung entfalten. Sonst warf der Mann ja vor allem ekstatisch die Beine in die Luft oder brachte das Publikum dazu, inbrünstig Zeilen wie „amazing grace, how sweet the sound, that saved a wretch like me“ zu singen, um daraufhin die Liebe Gottes zu predigen.

Nixon, Landrum und Meredith mischten die Pauluskirche auch mit ihrem schnellen Hip Hop „All The Night“ ordentlich auf, ließen dabei all die ewig grimmig dreinblickenden Bushidos und Kollegahs wie die fragwürdigen Möchtegern-Rapper aussehen, die sie nun mal immer bleiben werden. Mit „Rise Up“ steigerte sich Big Mama Deidre Valentine stimmgewaltig in das Finale, das im Zugabenteil mit „We Are The World“ noch getoppt wurde.