Meinung Kommentar zum Nuxit: Lehrstunde für den OB

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Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Neu-Ulm / Edwin Ruschitzka 15.02.2018
Der Neu-Ulmer OB wurde eines Besseren belehrt, was das Interesse am Nuxit angeht, meint Edwin Ruschitzksa.

Hat der Neu-Ulmer Oberbürgermeister nicht immer behauptet, das Thema Kreisfreiheit würde keinen hinter dem Ofen hervorlocken? Hat er nicht kühn getönt, das sperrige Thema sei für Otto Normalverbraucher viel zu komplex, ergo sei ein Bürgerentscheid darüber auch unsinnig? Die eigene Werbekampagne für den Nuxit dürfte Gerold Noerenberg jetzt eines Besseren belehrt haben. Das Interesse ist offenbar so groß, dass nicht eine, nicht zwei, sondern drei Bürgergespräche dazu veranstaltet werden. Respekt!

Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Schon Noerenbergs Infotour durch fünf Stadtteile war besser besucht als manche Bürgerversammlung. Es wurde kritisch nachgefragt und leidenschaftlich, zuweilen emotional argumentiert. Mag sein, dass all die Vorhalte, die Noerenberg doch von einigen zu hören bekam, ihm nicht geschmeckt haben. Das muss er aushalten. Wie er  respektieren muss, dass es ein parteienübergreifendes Bündnis gibt, das die Kreisfreiheit kritisch sieht und alles daran setzt, dass dies am Ende von den Bürgern entschieden wird.

Dieser Bürgerentscheid muss kommen! Bei einer so wegweisenden Zukunftsentscheidung wäre das ein starkes Stück vertrauensbildende Demokratie. Etwaige juristische Tricksereien über die Wortwahl und die Zulässigkeit würden dagegen die Politikverdrossenheit befördern.