Ausstellung Lego-Ausstellung in der Söflinger Klostermühle

Ulm / Beate Storz 01.12.2018

So klein und bunt ist die Welt. Vor allem, wenn sie aus Legosteinen besteht. Im Museum in der Söflinger Klostermühle haben die Ulmer Klötzlebauer ihre Weihnachtsausstellung aufgebaut. Nicht nur markante Bauwerke wie die Oper von Sydney oder der schiefe Turm von Pisa sind zu sehen, sondern sogar die ganze Erde aus dänischen Plastikbausteinen. Eigentlich ist jedes Einzelstück ein Höhepunkt: Figuren von Star Wars, das Gallische Dorf mit Asterix und Obelix oder ein Polizeieinsatz mit Wasserwerfern sind Bestandteil der Ausstellung. Sieben Lego-Modellbauer stellen in Söflingen aus. Zu sehen sind gut 50 Modelle, vier Dioramen und über 1000 Minifiguren. Alles in allem wurden rund 250 000 Legosteine verbaut.

In die Ausstellung haben die Klötzlebauer gut 100 Stunden Arbeit investiert. Dazu gehören nicht nur Transport und Aufbau der Exponate, sondern auch themenspezifische Stücke, die erst gebaut werden mussten. Volker Beker ist einer der sieben Baumeister und Mitglied im Organisationsteam für die Ausstellung. „Passend zur Weihnachtszeit haben wir eine Winterlandschaft mit Weihnachtsmarkt, Eisenbahn und Rodelberg gebaut. Wer genau hinschaut, kann einen versteckten Yeti finden.“

Zu sehen sind auch ganz besondere Exponate. Zum Beispiel die Yoda-Figur aus „Star Wars“, die wohl auch Sammlerherzen höher schlagen lässt. Ein echter Blickfang ist die „Lucy“-Statue. Nicht umsonst ähnelt sie der Freiheitsstaue in New York. Aber Lucy hat Engelsflügel und besteht komplett aus gelben Legosteinen.

Der lokale Bezug darf natürlich nicht fehlen und beweist, dass die Lego-Enthusiasten Eigenkreationen schaffen können. Zu sehen ist etwa das Schloss Erbach. Es besteht aus 4000 Steinen, Beker hofft, dass der Schlossherr nicht auf die Idee kommt, die Fassadenfarbe zu ändern. „Dann müssten wir das Schloss neu bauen.“ Das Ulmer Theater und auch dessen Podium wurden en miniature nachvollzogen. Beker erzählt, die Bauzeit selbst veranschlage gar nicht so viel Zeit. Die größte Schwierigkeit sei stets, passende Legosteine zu finden. Einen Dreier-Firststein in Blau gebe es eben nicht an jeder Ecke.

Beker hat schon als Kind gerne mit Legosteinen gespielt und vor 25 Jahren die Liebe zu ihnen wiederentdeckt. So geht es vielen Lego-Baumeistern. Sie haben sich zu einem Club zusammengeschlossen. Derzeit sind in Ulm
30 Clubmitglieder dabei – man hat sich sogar vergrößert und einen weiteren Stammtisch in Ludwigsburg gegründet.

Vor zehn Jahren realisierten die Ulmer Kötzlebauer ihr erstes gemeinsames Projekt. Sie bauten einen Zoo. Auch der ist in Söflingen ausgestellt. „Jeder hat ein Modul übernommen und dann haben wir die bebauten Platten zu einer Gesamtheit zusammengeführt“, erzählt Beker.

Weil Lego-Bauwerke nur gesteckt werden, sind Transport und Aufbau der Ausstellung das größte Risiko. „Es kam schon vor, dass uns ein Ausstellungsstück beim Aufbau auseinander gefallen ist“, erzählt Beker, der aber noch jedes derartige Problem gemeistert hat.

Die Ausstellung offenbart das Potenzial der Plastiksteinchen. Manche Lego-Bauer entwickeln eigene Baupläne, andere wiederum können aus dem Gedächtnis ihre Objekte umsetzen. Und dann gibt es noch die Legobausätze aus dem Laden, bei denen alles schon mitgeliefert wird, Bauanleitung inklusive. Alles eine Frage der Phantasie und der Übung.

Ausstellung bis zum 27. Januar zu sehen

Eintritt frei Die Legoausstellung „Klötze glotzen“ ist vom 2. Dezember bis 27. Januar im Museum in der Klostermühle Söflingen zu sehen. Es hat sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderöffnungstage sind am 25. und 26. Dezember sowie an Neujahr. Der Eintritt ist frei. Gruppenführungen können telefonisch unter Tel. (0731) 55 14 21 vereinbart werden.

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