Donaucenter Legionellen im Donaucenter: Jetzt ermittelt der Staatsanwalt

Neu-Ulm / EDWIN RUSCHITZKA 11.02.2013
Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz und versuchte Körperverletzung? Ein Bewohner des Donaucenters hat wegen der Legionellen Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob die Hausverwaltung ihren Pflichten nachgekommen ist.

Seit Ende November gilt im Donaucenter in Neu-Ulm ein generelles Duschverbot, weil bei routinemäßigen Kontrollen drei Wochen zuvor ein extrem hoher Legionellen-Befall festgestellt wurde. Jetzt muss sich auch die Staatsanwaltschaft in Memmingen mit dem Vorfall befassen.

Wie der Leiter der Staatsanwaltschaft, Dr. Johann Kreuzpointner, bestätigt hat, liegt seiner Behörde eine Anzeige eines Bewohners vor. Der Vorwurf lautet: Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz und versuchte Körperverletzung. Geprüft werde, ob die Hausverwaltung ihren Pflichten nachgekommen ist. Mit den Ermittlungen sei die Kriminalpolizei beauftragt worden, sagte Kreuzpointner. Auch die Gesundheitsbehörde sei zu einer Stellungnahme aufgefordert worden. Ob ein Verfahren eröffnet wird, hänge von Ausgang der Voruntersuchungen ab. Ein Ergebnis sei erst in vier Wochen zu erwarten, sagt Kreuzpointner.

Nach Auskunft von Dr. Martin Küfer, dem Leitenden Medizinaldirektor beim Öffentlichen Gesundheitsdienst, gilt das Duschverbot so lange, bis die Hausverwaltung die Sanierungen nachgewiesen hat. Fristen gebe es nicht, sagt Küfer. „Bei so einem großen Tanker wie dem Donaucenter geht das sicher nicht von heute auf morgen.“ Krankheitsfälle sind Küfer nicht bekannt. Infektionen können beim Einatmen der Legionellen im Duschwasser entstehen.