Es war nicht nur ein Spatenstich für einen Neubau, sondern auch für „ein Stück Veränderung in der Stadt“, sagte Oberbürgermeister Gunter Czisch auf der künftigen Baustelle neben dem Westbad. Denn in der Moltkestraße 20 entsteht für 7,4 Millionen Euro ein Modellprojekt mit 24 Wohnungen für rund 50 Flüchtlinge, die in Ulm länger wohnen bleiben möchten.

Neben dieser „Folgeunterbringung“, die gebraucht wird, wenn Flüchtlinge nach 18 Monaten die Stätte ihrer ersten Unterbringung verlassen müssen, haben die Architekten Hans-Peter Obermeier und Wolfgang Traub im Erdgeschoss Büros für die Sozialverwaltung des Sozialraumes Weststadt geplant.

Bei Bedarf hätten die Bewohner ihre zentrale Anlaufstelle gleich im Haus, sagte Frank Pinsler, der Geschäftsführer des Bauherrn, der Ulmer Wohnungs- und Siedlungs-Gesellschaft (UWS). Vor allem aber bedeute Integration nicht nur Sprache und Arbeit, sondern eben auch Wohnungen, betonte Pinsler.

Denn im Vorfeld hatte es Bedenken unter Nachbarn gegeben, dass dort zunächst Flüchtlinge einziehen und erst in ferner Zukunft deutsche Mieter. Weiter hatte es wie berichtet Diskussionen um die vorerst wegfallenden Parkplätze gegeben. Zwar sollen diese laut Stadtplanung voll ersetzt werden durch Parkbuchten, die zwischen Gehweg und Westbad angelegt werden. Und es wird eine Tiefgarage mit 42 Stellplätzen gebaut. Dann fehlten aber noch gut zwei Dutzend Parkplätze, behaupten Bewohner des Hörzareals und hatten deshalb im Februar Bedenken „gegen den geplanten Neubau des Hauses Moltkestraße 20 wegen des damit verbundenen Wegfalls von Parkplätzen“ angemeldet.

In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Parkraumsituation in der Moltkestraße „äußerst kritisch entwickelt“, hatte Anwohner Jürgen Fischer im Namen der Wohnungseigentümergemeinschaften betont. Das Westbad sei nach der Sanierung attraktiver geworden. Die Weststadthalle wurde zur Mehrzweckhalle aufgerüstet. Der Kindergarten brauche mehr Parkplätze.

„Trotz Reibungspunkten ist der Neubau ein guter Kompromiss“, sagte Czisch. Er bat um Verständnis bei den Anwohnern während der Bauzeit. Genauso sollten die Baufahrzeuge Rücksicht nehmen.