Ulm/Heidelberg Landesakademie adelt Ulmer Physiker

Fedor Jelezko stellt Nano-Diamanten her.
Fedor Jelezko stellt Nano-Diamanten her.
Ulm/Heidelberg / CHRISTOPH MAYER 15.08.2014
Physikprofessor Fedor Jelezko ist in die Heidelberger Akademie der Wissenschaften aufgenommen worden. Er forscht über künstliche Diamanten.

Es ist ein persönlicher Erfolg, aber auch einer für die Uni Ulm. Als deren nun siebtes Mitglied ist Prof. Fedor Jelezko in die Heidelberger Akademie der Wissenschaften aufgenommen worden. Das teilte die Uni am Freitag mit. Die 1909 gegründete wissenschaftliche Akademie des Landes Baden-Württemberg versteht sich als Gelehrtengesellschaft und außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Die rund 270 Mitglieder forschen an den neun Landesuniversitäten und gelten alle als „herausragende Vertreter ihrer jeweiligen Disziplin“.

Fachgebiet Jelezkos ist die Quantenoptik in künstlichen Diamanten. In den Kristallgittern dieser winzigen Diamanten lassen sich einzelne Fremdatome kontrollieren. Diese Kontrolle ist wichtig für bestimmte Technologien – beispielsweise für hochleistungsfähige Sensoren oder optimierte bildgebende Verfahren.

Der 1971 in Weißrussland geborene Jelezko studierte in Minsk und Bordeaux. Nach Stationen in Paris, Chemnitz und Stuttgart leitet er seit 2011 das Institut für Quantenoptik der Uni Ulm. Gemeinsam mit seinen Professorenkollegen Martin Plenio und der an Schwörmontag mit dem Wissenschaftspreis der Stadt Ulm ausgezeichneten Chemikerin Tanja Weil gelang es Jelezko Ende 2012, einen „Synergy Grant“ einzuwerben. Es handelt sich dabei um das höchstdotierte Förderinstrument der EU. Bis 2018 wird die Ulmer Gruppe mit 10,3 Millionen Euro gefördert. Mit dem Geld will das Forscher-Trio einen Nano-Diamant-Sensor entwickeln, der 80 000 mal dünner als der Durchmesser eines Haares ist. So klein, dass er an Proteine andocken und die Vorgänge darin sichtbar machen kann.

Weitere Ulmer Mitglieder in der Heidelberger Akademie sind die Professoren Klaus-Michael Debatin, Karl Joachim Ebeling, Theodor Fliedner, Frank Lehmann-Horn, Wolfgang Schleich und Ina Rösing.

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