Tierheim Land bezuschusst Ulmer Tierheim

Wo Tierheimleiter Ralf Peßmann unterm Baggerarm steht, soll das neue Hundehaus gebaut werden. Der hellblaue Personalbereich wird teilweise abgerissen.
Wo Tierheimleiter Ralf Peßmann unterm Baggerarm steht, soll das neue Hundehaus gebaut werden. Der hellblaue Personalbereich wird teilweise abgerissen. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Carolin Stüwe 11.01.2019

Es kann weitergehen mit dem nächsten Bauabschnitt im Tierheim im Örlinger Tal: dem neuen Hundehaus. Das Land bezuschusst die Stadt Ulm mit 150 000 Euro. „Als Land unterstützen wir gerne das Tierheim bei der dringend notwendigen Baumaßnahme“, sagte Peter Hauk, der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

Die Tierschutzorganisationen in Baden-Württemberg leisteten „hervorragende Arbeit“ bei der Unterbringung von Fundtieren, bei der Beratung von Tierhaltern sowie bei Tierschutzfällen, sagte Hauk. Leider sei bei vielen Tierschutzvereinen das Geld immer knapp, während gleichzeitig Neubauten oder Sanierungen notwendig sind. Deshalb stellt das Land jährlich insgesamt 500 000 Euro zur Verfügung.

Beide Städte ziehen mit

Da dies aber nicht weit reicht, gilt für solche Bauvorhaben, dass zwei weitere Parteien bei der Finanzierung mitmachen: die für die Fundtiere verantwortlichen Kommunen und das mit der Inobhutnahme beauftragte Tierheim. Im aktuellen Fall hat sich die „Drittelregelung“ etwas verlagert: Das Land übernimmt mit 150 000 Euro sogar 40 Prozent, erklärt Horst Widder, der Schatzmeister des Tierschutzvereins für Ulm/Neu-Ulm und Umgebung.

30 Prozent wurden bereits vor einem halben Jahr vom Ulmer Hauptausschuss (75 000 Euro) und vom Neu-Ulmer Finanzausschuss (37 500 Euro) beschlossen. Die restlichen 30 Prozent (112 500 Euro) zahlt der Tierschutzverein aus seinen Rücklagen. Um die Baukosten von voraussichtlich rund 500 000 Euro zu stemmen, legt der Verein noch Spendengelder und Erbschaften dazu. Sobald das Wetter mitmacht, soll parallel zur Bahnlinie der Bau des Hundehauses mit 14 überdachten Zwingern beginnen.

Für das nächste Vorhaben, ein neues Katzenhaus, „werden wir natürlich wieder einen Antrag beim Land stellen“, sagt Widder. Die Chancen, erneut in den Genuss eines Zuschusses zu kommen, stünden gut. Denn viele Tierheime im Land seien verschuldet und könnten daher von vorneherein keinen Anteil übernehmen. Und nicht bei allen, die das Geld dafür hätten, zieht die betreffende Kommune mit. Widder: „Das jährliche Tierheimfördergeld des Landes wird also nie ausgereizt.“ Das sehen die Städte Ulm und Neu-Ulm auch so. Von dort sei das Signal gekommen, dass sie dann wieder dabei sind.

In den nächsten vier Wochen sollen das neue Kleintierhaus (wir berichteten) und die Erweiterungen der Quarantänegebäude für Fundkatzen und Fundhunde bezugsfertig sein, freut sich Dagmar Kaufmann-Widder, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Dann dürfen Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Goldhamster erneut umziehen.

Noch kein Ende in Sicht

Bauabschnitte Das Tierheim Ulm/Neu-Ulm (Baujahr 1933) soll für insgesamt 2,3 Millionen Euro umgebaut und generalsaniert werden. Als langfristige Vorhaben sind noch Neubauten für Verwaltung, Besucher und das Personal geplant. Zum Abschluss sind die Außenanlagen dran. 1,2 Millionen Euro übernimmt zweckgebunden ein großzügiger Sponsor, der nicht genannt werden will. Der Rest muss sich noch zusammenschieben aus Erbschaften und Spendengeldern.

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