Marathon  Noch fünf Tage: Läufer im Einstein-Marathon-Fieber

Der Marathon-Start 2016.
Der Marathon-Start 2016. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Ute Gallbronner 12.09.2017
18.000 Sportler werden am Wochenende bei den Einstein-Läufen unterwegs sein. Organisatoren und Helfer schauen der Mammutaufgabe gelassen entgegen. Die Sportlern fiebern schon.

Alles ist bereit für die 13. Auflage des Einstein-Marathons – wobei sich an die klassische Distanz von 42,195 Kilometern nur 623 Läufer wagen werden. Die Tendenz setzt sich also fort, weg vom ganz langen Lauf, hin zu den kürzeren Distanzen. Unterm Strich liegen die Anmeldungen nahezu auf Vorjahresniveau: Die Jugendläufe mit eingerechnet, werden sich am Wochenende mehr als 18.000 Menschen durch die Straßen von Ulm und Neu-Ulm bewegen.

Was ist neu 2017? Der Jugendlauf mit rund 6500 Schülern findet am gleichen Wochenende statt. Parallel zur Kulturnacht und zur Aktion „Ohne Auto mobil“. Den Veranstaltern wäre es getrennt lieber gewesen: „Für die Helfer ist das ein unwahrscheinlicher Kraftakt“, sagt Veranstalter Markus Ebner. Nachtschicht inklusive, denn am Samstag kann im Ziel auf dem Münsterplatz nichts aufgebaut werden.

Schuld ist die Bundestagswahl am 24. September. An diesem Tag wollten die Städte keine Großveranstaltung haben. Ein Gutes hat das aber, denn damit läuft der Einstein erstmals nicht zeitgleich mit dem Berlin Marathon. In der Hauptstadt stört die Wahl übrigens nicht. Die Terminänderung wiederum macht es möglich, dass mehr erfolgreiche Handbiker starten. Für Jörg Schneider ist der Start Pflicht: „Wenn man in der Region lebt und wohnt, ist das selbstverständlich.“

Allerdings werden Handbiker und Skater keinen echten Halbmarathon fahren. Es fehlt ein Kilometer. Wegen der Mineralienbörse in der Pfuhler Seehalle muss dort eine andere Strecke gewählt werden. Schade für die Sportler, denn die Ortseinfahrt Pfuhl war in den vergangenen Jahren das erste Stimmungsnest. Während für die Läufer eine zusätzliche Schleife eingebaut werden konnte, war dies bei den rollenden Sportlern nicht möglich. Streckenchef Bernd Hummel überlegte, wieder den kopfsteinbepflasterten Weg über die Griesbadgasse zu nehmen, kam dann aber wieder davon ab: Vor allem die ungeübten Skater wird es freuen.

Vieles ist längst Routine geworden, wobei das alles andere als schlecht ist. Straßensperren, Begleitmotorräder, Parkplätze – die Polizei ist eingespielt, da ist die Landesgrenze kein Problem. Auch in Zeiten, in denen jede Massenveranstaltung mit einem leichten Unwohlsein einhergeht, bleibt man gelassen. „Es gibt keinerlei Hinweise, dass man sich Sorgen machen müsste. Aber wir sind vorbereitet und haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Rainer Herrmann, der bei der Ulmer Polizei das Zepter nach vielen Jahren von Roland Schmidt übernommen hat. Sein bayerischer Kollege Markus Zoller sieht es ähnlich pragmatisch, hat aber eine ganz große Bitte: Die Halteverbote sollten unbedingt beachtet werden. Sonst kann es schnell teuer werden.

Beim Deutschen und Bayerischen Roten Kreuz ist Michael Jenner seit mehr als einem Jahrzehnt mit an Bord. Die Koordination zwischen Bayern und Baden-Württemberg sei aufgrund unter­schied­licher gesetzlicher Bedingungen zwar kompliziert, doch auch das sei mittlerweile – man errät es fast – Routine. Genug Helfer hat er, die Ärzte des Bundeswehrkrankenhauses und von der Uniklinik Ulm werden unentgeltlich im Einsatz sein.

Los geht es am Samstag um 10 Uhr bei den Jugendläufen. Der erste Startschuss an der Messe fällt am Sonntag um 8.40 Uhr – dann werden die Handbiker auf die Strecke geschickt. Es folgen Skater, die Marathon und Halbmarathon-Läufer – darunter Vorjahressiegerin und WM-Teilnehmerin Alina Reh –, ebenso wie die Power Walker. Nachmittags wird fünf und zehn Kilometer weit gerannt. Alles wie immer.

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Der Einstein-Marathon in Zahlen

200 Hefezöpfe werden am Sonntag an die Starter verfüttert.

199 ehrenamtliche Mitarbeiter des Roten Kreuzes sind im Einsatz. Dazu kommt nur ein Hauptamtlicher – ein Novum bei den Einstein-Läufen.

7669 Flaschen mit Wasser, Isodrinks und alkoholfreiem Bier stehen bereit, wenn die Finisher im Ziel ihren Durst löschen wollen. Wer es kleiner mag, kann sich bei 125 565 Bechern bedienen.

3280 Bananen, in der Schale in drei Stücke geschnitten, sind an den Verpflegungsständen bereit gelegt und werden beim Laufen ausgepult.

170 Müllbeutel liegen parat – das ist auch nötig, da nur 16 Mülltonnen aufgestellt sind. Bitte nutzen.

13 Autos wurden 2016 im Neu-Ulmer Stadtgebiet aus dem Halteverbot abgeschleppt. Die Polizei versucht zwar, die Falschparker zu erreichen – um 6 Uhr früh ist dies aber selten von Erfolg gekrönt.

12 Grad und eine leichte Brise sagt der Wetterbericht aktuell für den Sonntag voraus. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei 15 Prozent. Deutlich höher ist sie am Samstag bei den Jugendläufen.