Glückwünsche von den Nachbargemeinden gab es für die Beimerstetter und ihre Ortsumfahrung bei der Informationsveranstaltung des Regierungspräsidiums Tübingen (RP). 150 Zuhörer waren in die Lindenberghalle gekommen, um über den Stand der Planung informiert zu werden.

Zugleich wurden Bedenken laut, dass die geplante „Nord-Achse“ (siehe Infokasten) in einigen Jahren den Verkehr in der Ortsdurchfahrt und in den nördlichen Gemeinden verstärkt. „Dann haben wir wieder 5000 Fahrten durch den Ort“, befürchtete ein Sprecher. Er forderte ein „nachhaltiges Verkehrskonzept“, in das die geplanten Gewerbegebiete im Ulmer Norden einbezogen werden. Die Ortsdurchfahrt sollte zurückgebaut werden, damit sie für den Verkehr unattraktiv ist. Denn mit den vorgesehenen Gewerbeerweiterungen nach Osten sei sie für den Verkehr aus dem Norden die kürzeste Verbindung. Ulrich Kunze, leitender Straßenplaner des RP, verwies darauf, dass mit der Umfahrung die Ortsdurchfahrt zur Gemeindestraße werde. Damit habe es Beimerstetten selbst in der Hand, wie die Straße gestaltet wird.

Die meisten Sprecher, etwa der Bernstadter Bürgermeister Oliver Sühring, versprachen sich den größten Erfolg von Verkehrslenkungsmaßnahmen – Lkw-Fahrverbot, Begrenzungen von Geschwindigkeit und Tonnage. Kunze warnte vor zu großen Erwartungen. Das Verkehrsrecht erlaube nur wenig Spielraum, zudem werde die L 1165 „immer eine Landesstraße bleiben“. Im Klartext: der Verkehr soll möglichst ungehindert fließen. Der Weidenstetter Bürgermeister Georg Engler bestand darauf, ein verkehrsrechtliches Konzept zu erarbeiten und öffentlich vorzustellen. Kunze versprach: „Wir bleiben dran.“

Mehrfach ins Visier geriet die Stadt Ulm. Als großer Nutznießer der neuen Gewerbeflächen mache sich die Stadt keine Gedanken, wie sich „dieses reine Logistikzentrum“ auswirkt. Ulms oberster Verkehrsplaner Thomas Feig widersprach: Er verwies auf Gespräche mit den Bürgermeistern der Nachbargemeinden. Die Runde sei sich einig gewesen, dass derzeit kein größerer Erfolg erzielt werden kann. Erst müsse es die nötige Infrastruktur geben, auf die der Verkehr gelenkt werden kann. Feig versicherte, am Ball zu bleiben. „Das nehme ich Ihnen ab“, sagte der Beimerstetter Bürgermeister Andreas Haas.

Einen Lärmschutz wird es seitens des Landes nicht geben, stellt Kunze klar. Die Grenzwerte würden „doppelt“ eingehalten. Dies sei somit Sache der Gemeinde. Haas warb dafür, die Planung schnell voranzutreiben, damit die Straße bald kommt.“ Damit wird nicht vor 2019 gerechnet.