Wirft die Kommunalwahl schon ihre Schatten voraus? Oder entwickelt die neue Straßenbahnlinie eine derartige Eigendynamik, dass alle Stadträte regelrecht besoffen sind vom ÖPNV? Warum es plötzlich zu einer Art Sammlungsbewegung für das Kurzstreckenticket kommt, ist wohl gleichermaßen der Tram und dem anstehenden Kampf um die Rathaussitze geschuldet. Keine Fraktion will im Abseits stehen, sollte der parteiübergreifende Antrag von Grünen, SPD und CDU für das Kurzstreckenticket den Gemeinderat passieren.

Jahrelang hat sich nichts getan in diese Richtung, Grüne und SPD haben sich mit ihren Ansinnen für das Kurzstreckenticket  blutige Nasen geholt. Unterstützung der anderen Fraktionen blieb aus – oder war lediglich halbherzig. Wobei das Argument heute nicht weniger einleuchtet als früher: Warum soll der Fahrgast für eine Fahrt über drei Stationen ebenso viel zahlen wie für eine kilometerlange Fahrt von Endhaltestelle zu Endhaltestelle?

Noch gerechter ist freilich das Bezahlsystem, das OB Gunter Czisch vorschwebt: Abgerechnet wird nach tatsächlich gefahrenen Stationen. Zukunftsmusik ist das nicht, die technische Umsetzung stellt sicherlich kein Problem dar.

Bis es so weit ist, wäre ein Kurzstreckenticket ein richtiges, ein längst überfälliges Signal.

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