Ulm Lachtränen mit dem Kumpel-Typ Torsten Sträter

Mit Strickmütze und Witz: Torsten Sträter im Roxy.
Mit Strickmütze und Witz: Torsten Sträter im Roxy. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / CHRISTA KANAND 22.04.2016
Geschichten aus dem Leben: Bei Torsten Sträters LeseComedy bekamen 700 Besucher im ausverkauften Roxy Muskelkater vom Lachen.

"Tach!" Ein Mann, ein Mikro, Bistrotisch und Barhocker. Die Strickmütze ist sein Markenzeichen: Torsten Sträter, ein sympathischer Kumpel-Typ. Der Endvierziger mit Wampe ist hörbar ein Kind des Ruhrpotts, wo die Luft so dick war, dass sie höchstens zum Aufpumpen des Fahrradreifens taugte. Er gibt immer hundert Prozent. "Nur nicht beim Blutspenden." Eine Wucht!

Unter den 700 Besuchern im Roxy entdeckt Sträter in der ersten Reihe Lara, eine Neunjährige mit Mutter. "Jetzt kann ich 85 Prozent des Programms in die Tonne kloppen. Verdammich!" Kein Problem für den vielfach preisgekrönten Comedy-Star. Der Wahl-Waltroper, der in den letzten paar Jahren durch den ARD-"Satire Gipfel" und als Regierungssprecher bei extra 3 zu den beliebtesten Komikern aufgestiegen ist, sagt zwar gerne "Kacke", hat's aber nicht nötig, unter die Gürtellinie zu gehen.

Im Comedy-Geschäft sind Inhalte zweitrangig. Wichtig ist nicht das Was, sondern das Wie. Und darauf versteht sich der gelernte Herrenschneider, der aussieht wie ein Metzger und selber Vater eines Elfjährigen ist. Ohne roten Faden, spontan, schlagfertig bei Interaktionen mit Lara und anderen Begeisterten, immer für Gedankensprünge gut, hat er die Ruhe weg - auch beim Handy-Geklingel: "Geh'n se ruhig ran, könnte wichtig sein."

In seinem neuen Programm "Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben" verbindet der gebürtige Dortmunder Lesepassagen aus seinem gleichnamigen Buch mit Stand-Up-Comedy. Geschichten aus dem Ruhrpott-Alltag, von der Tanzstunde in den 80ern, von Freund Uwe oder aus seiner Familie von "Omma und Oppa". Aus einfachen Verhältnissen kommend, gab es nie Süßigkeiten. "Immer nur im Wechsel Jagdwurst und grobe Leberwurst. So grob, dass man das entsetzte Gesicht des Schweins noch erkennen konnte."

Bei skurillen Grauensszenarien wie dem neuen 84-Zoll-Fernseher oder bei Kapiteln aus seinem Diät-Tagebuch mit Bananen und Ferrero-Küßchen fließen - wie so oft in den drei Stunden - Lach-Tränen.

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