Ulm Baustelle verursacht lange Staus im Feierabendverkehr

Ulm / ate 06.09.2018
Teils stockte der Berufsverkehr wegen erneuter Sperrungen in der Neutorstraße, wegen Behinderungen an der Theaterkreuzung und der Umleitungen zu Bahnhof und Post.

Nichts ging gestern Abend in der Stadt. Alles war dicht, von der Frauen- über die Olga- bis zur Karlstraße. Schleichwege? Hafenbad und Kornhausgasse waren zu. Überall Autos, Autos, Autos. Dazwischen Busse und ein Notarzt, der versuchte durchzukommen.

Und wenn etwas ging, dann nicht viel. Ganze vier Meter kam eine Frau mit ihrem Auto in der Tiefgarage Salzstadel vorwärts – und das innerhalb einer Stunde. „Was soll ich noch tun?“, fragte sie. Der Parkwächter habe bereits die Polizei gerufen. Doch die war angesichts des Chaos’ bis in die Untergeschosse machtlos. „Wir machen da nichts“, hieß es von der Pressestelle. „Wir können nichts für die Baustellen, wir können nichts fürs Verkehrsaufkommen“, sagte eine Sprecherin. Letztendlich gebe es im Straßenverkehr aktuell zu wenig Bewegung, speziell in der Olga- und Frauenstraße. „Wenn alles verstopft ist, bringt es auch nichts, wenn ein Polizist den Verkehr per Hand regelt.“

Stimmt, Bewegung gab es so gut wie nicht. Der Verkehr stockte im abendlichen Berufsverkehr überall in Ulm, nämlich bereits stadteinwärts von der Ludwig-Erhard-Brücke kommend, in der Karlstraße, extrem in der Innenstadt wie Frauenstraße, in den Seitengassen, in der Neuen Straße, über die Ludwig-Erhard-Brücke stadtauswärts. Alle Straßen waren komplett überlastet.

Gestern war erstmals zum Ferienende dichter Berufsverkehr auf die erneuten  Sperrungen in der Neutorstraße, an der Theaterkreuzung und die großräumigen Umleitungen zu Bahnhof und Post getroffen. Grund: Bauarbeiten für die Straßenbahnlinie 2. Bauoberleiter Johann Karmann überprüfte am Abend vor Ort die Lage. Denn im morgendlichen Berufsverkehr war es nicht zu solchen Problemen gekommen. Die Straßen waren gesperrt worden, weil Bauarbeiter die Asphaltdeckschicht aufbringen mussten.

Zufrieden mit Baufortschritt

Noch im Laufe des Tages war Karmann äußerst zufrieden gewesen mit dem Fortschritt der Bauarbeiten: Diese seien sehr gut vonstatten gegangen. Tagsüber hatte sich als Problem vielmehr die Einfahrt zur Neutorstraße erwiesen, stadteinwärts von der Ludwig-Erhard-Brücke. Denn die Neutorstraße war dort eigentlich geöffnet für Leute, die sich verfahren hatten. Doch genutzt haben die Einfahrt sehr viele Autofahrer – was letztlich die Bauarbeiter bei ihrer Arbeit störte. Straßenwalze und Straßenfertiger standen nämlich öfters Autos im Weg.

Abends waren das die Probleme: Auf der Kreuzung mit der total überlasteten Olgastraße – weil nur noch Richtung Willy-Brand-Platz befahrbar, denn am Bahnhof ist die Friedrich-Ebert-Straße ebenfalls zu  – kamen längere SWU-Busse an der Volksbank kaum mehr in die Frauenstraße rein. Rettungswagen mussten auf der Busspur noch Autos umkurven. Die stadtauswärts führende Neue Straße war bis Kreuzung Fischerviertel ebenfalls dicht, erst danach entspannte sich die Lage.

Die Stimmung der Autofahrer war gereizt, viele hupten, sorgten aber selbst mitunter auch dafür, dass nichts voranging. Schließlich parkten manche Autofahrer die Kreuzungen zu. Passanten unterhielten sich darüber, woher dieser Megastau in den Sommerferien überhaupt kommt, entdeckten dann aber die entsprechenden Warnschilder.

Bauoberleiter Karmann bekannte nach seinem abendlichen Rundgang: „Vor allem die Kreuzung Frauenstraße/Neue Straße kann den Verkehr nicht mehr aufnehmen.“ Auch in der Olgastraße seien es zu viele Fahrzeuge gewesen. Die stadtauswärts gesperrte Neutorstraße fehle für den Feierabendverkehr. Deswegen will Karmann heute mit den Zuständigen etwa auch von der Baustelle Sedelhöfe zusammensitzen und nach schnellstmöglichen Lösungen suchen, damit der Feierabendverkehr heute und der Verkehr am Wochenende möglichst wenig behindert werden. Versprechen kann er nichts. Nur so viel: „Wenn etwas möglich ist, dann machen wir es möglich.“ 

Das könnte dich auch interessieren

Offene Innenstadt von Sonntagabend an

Sperrung Unabhängig davon, was die Krisengespräche von Bauoberleiter Johann Karmann heute bewirken, ist eines gewiss: Spätestens von Sonntagabend, 18 Uhr, an sind laut ihm alle Straßen wieder offen und vor dem Bahnhof ist die Friedrich-Ebert-Straße wieder zweispurig befahrbar. Ein Umstand, der alle aufatmen lässt, Pendler, fahrende Eltern von Schulkindern wie letztlich auch Händler.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel