Ausstellung Kunstverein Senden feiert Geburtstag

Der Kunstverein Senden feiert sein 40.
Der Kunstverein Senden feiert sein 40. © Foto: Oliver Schulz
Senden / Christa Kanand 13.11.2018

Wie feiert der Kunstverein Senden, der sich früher „Brücke“ nannte, seinen 40. Geburtstag? Klar, mit seiner 40.Mitgliederjahresausstellung, aber auch mit einem Novum. Erstmals überhaupt war heuer ein Thema vorgegeben: „The Seventies“. Wenn auch Wolfgang Steiner sein Ölbild „Zahlen sind Schall und Rauch“ betitelt, immerhin handelt es sich um das Gründungsjahrzehnt des Kunstvereins, eines kulturellen Leuchtturms Sendens.

Die 70er waren eine Zeit des Umbruchs in der Kunst: Happenings, Politisierung, Provokation, Beuys, Richter, Uecker . . . Daran erinnerte Dorothea Grathwohl, die nach Georg Fenkls Tod den Vorsitz übernommen hat, die rund 150 Besucher in der jazzig vom Mobile Instabile Trio umrahmten Vernissage im Bürgerhaus. Auch Gäste aus der Partnerstadt Piove di Sacco waren angereist, im Gepäck Werke von zwölf Mitgliedern des dortigen Kunstvereins Gruppo Artisti della Saccisica in Padua.

Von 57 regionalen Künstlern, die Arbeiten eingereicht hatten, wurden 50 mit 73 Exponaten von der Jury zugelassen. Da beeindruckt Walter Holls Ölbild in altmeisterlicher Manier „Coffee to go“ genauso wie Stefan Fischers abstrakte Fotografierkunst und Ditmar Schusters formschöne Marmor-Skulpturen. Zwar wurde das Thema nicht immer streng fokussiert, doch das Spektrum an Techniken, Materialien, Ausdrucksformen und Esprit ist beachtlich. Das Niveau auch.

Ein echte Hingucker ist Freya Blösls große Bikini-Frau auf Sperrholz. Frank Langenfelds „Lichtenstein’s Girls“, Collagen mit damaligen Vinylscheiben als Sinnbild für Lebensgefühl und 70er-Jahre-Musik, etwa bei Hannelore Thäle oder Claudia Bengelmann, sowie Peace-und Love-Sym­bole bei Heidi Wolf oder ­Maria Bauer-Fenkl zitieren ideenreich die Hippie-Zeit. Zeitungsmaterial von 1978 hat Renate Schober-Hadamitzky verwebt und verstrickt. Gudrun Stecks mehrteilige Auto-Kompostion GTI auf Blech fällt ins Auge. Erst recht Cora Schönemanns provozierende Rauminstallation: „Fake Shit“ aus Hundekot. Beuys hätte es gefallen. 

Info Bis 25.11. im Bürgerhaus Senden: Di-Fr 15-18, Sa 14-18, So 10-12/14-18 Uhr.

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