Ulm Kunst schafft Zugang zu politischen Themen

Jugendliche setzen sich mit politischen Themen auseinander, indem sie so genannte "Spray Can Art" betreiben. Foto: Karl Philipp Schmitz
Jugendliche setzen sich mit politischen Themen auseinander, indem sie so genannte "Spray Can Art" betreiben. Foto: Karl Philipp Schmitz
Ulm / PHILEMON SCHICK 06.09.2013
In Workshops haben 15 Jugendliche ihr Verständnis von Politik künstlerisch zum Ausdruck gebracht. Heute ist Ergebnispräsentation.

"Den Jugendlichen brennt so viel unter den Nägeln, was sie zu Gesellschaft und Politik loswerden wollen", sagt Anne Müller, Künstlerin aus Dresden, die Jugendliche drei Tage lang bei Workshops begleitet hat. Mithilfe von verschiedenen Medien, wie zum Beispiel Graffiti oder Photographie, haben die 16- bis 21-Jährigen in den vergangenen Tagen eigene Kunstwerke geschaffen, die ausdrücken, wie sie Politik persönlich erleben.

Die Workshops finden im Ulmer Museum und anderen Kulturinstitutionen statt, wo sich die Jugendlichen inspirieren lassen. "Es ist uns wichtig, keine klassische politische Bildung zu machen, daher verzichten wir auf einen Seminarraum", sagt Müller. "Die Jugendlichen sollen sich ihren eigenen emotionalen Zugang durch die Kunst schaffen."

Einer der Teilnehmer, Leon Wiedemann (18), findet, dass in Museen zu viele Kunstrichtungen vermischt werden. Er freut sich folglich auf den nächsten Workshop. Dabei soll ein Stop-Motion-Film produziert werden, bei dem einzeln angefertigte Bilder zusammengesetzt werden. Und die Teilnehmer drehen Videos, in denen sie unter anderem Politiker imitieren.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat anlässlich der Bundestagswahl das Projekt "Aktion 13" ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Jugendlichen einen Zugang zur Politik zu ermöglichen. "Es geht darum den Jugendlichen bewusst zu machen, dass sie ein wichtiger Teil der Gesellschaft sind", sagt Kulturmanager und Mitverantwortlicher des Projekts Karl Philipp Schmitz.

"Politik ist Krieg", sagt der 21-jährige Teilnehmer Kiron Wagner. Er meint damit den Wahlkampf und die Plakate, die überall herumhängen. Seinen Eindruck lässt er in seine Arbeit einfließen. Er benutzt dabei eine bestimmte Art von Graffiti, die sich "Spray Can Art" nennt. Bei den Kunstwerken geht es vor allem darum, die persönliche Wahrnehmung von der Gesellschaft um einen auszudrücken. "Wir stellen den Jugendlichen dafür verschiedene Medien der Gestaltung zur Verfügung", sagt die Künstlerin Müller.

Die Ergebnisse werden heute, Freitag, ab 17 Uhr in der Kulturfahrschule (Schillerstraße) präsentiert.