Ulm / Lena Grundhuber  Uhr
Am Kornhausplatz in Ulm stehen momentan rätselhafte Installationen vor der Volkshochschule. Wir haben die Künstlerin nach deren Bedeutung gefragt.

Wer derzeit den Kornhausplatz in Ulm kreuzt, wundert sich wohl über die zwei Wesen, die vor der Volkshochschule mit Einkaufstaschen unterwegs sind. Den einen erinnern sie an Dinosaurier, den anderen an Seepferdchen – auch ok, sagt Künstlerin Verena Seibt. Natürlich soll ihr Werk vieldeutig sein, aber die Auflösung ist lustiger als alle anderen Assoziationen: „Die ursprüngliche Vorlage ist die Zeichnung eines kompletten weiblichen Geschlechtsteils – auch der unsichtbaren Teile.“ Und die Umhängetaschen? Naja, die Vorlage für ihre Vaginas sei veraltet, heute wisse man, dass sie viel größer seien. Daher die Taschen als Erweiterung.

Die fröhlich-feministische Installation ist ein Nachzügler des „Sister’s Summer“ 2018 in der Stiege, den ausschließlich Künstlerinnen bespielt hatten. Dass Seibts Vaginas nun auf dem Kornhausplatz lustwandeln, hat einen guten Grund: „Viele Ulmer sind unzufrieden mit dem Platz“, hat die Münchner Künstlerin sich sagen lassen. Deshalb hat sie dazu eine kleine Oase gebaut: Mit Palmen aus kaputten Sonnenschirmen und Handtüchern, auf die schwangere Männer aus dem Computerspiel „Die Sims“ gedruckt sind. Wer möchte, kann nun im Schatten der Palmen über Geschlechterrollen sinnieren. Oder doch einen Blick in die tiefen Taschen der Vaginas riskieren (bis 17. August).

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