Ulm Kundgebung "Miteinander statt gegeneinander"

Ulm / BEATE ROSE 09.02.2015
Zu Sternmarsch und Kundgebung hatte der Arbeitskreis "Bündnis gegen Rechts" aufgerufen. Am Samstag zogen hunderte Demonstranten durch Ulm und setzten so ein Zeichen für ein friedliches Miteinander.

Ein bunter Haufen. So zogen Demonstranten am Samstagnachmittag durch Ulm. Sie trugen Banner mit Schriftzügen "Miteinander statt gegeneinander". Einige hatten sich in bunte "Pace-Flaggen" gehüllt, andere hielten Schilder hoch mit "Nie wieder Nazis in der Stadt der Geschwister Scholl". Der Arbeitskreis "Bündnis gegen Rechts" hatte zum Sternmarsch mit Kundgebung aufgerufen.

An drei Plätzen hatten sich die Demonstranten getroffen: am Petrusplatz in Neu-Ulm, am Einsteindenkmal in der Bahnhofstraße Ulm - dort liefen in vorderster Front Mitglieder der Grünen wie etwa der Landtagsabgeordnete Jürgen Filius mit -, am Willy-Brandt-Platz - dem Treff der SPD, darunter Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und Landtagsabgeordneter Martin Rivoir. Von den Plätzen zogen die Demonstranten zum Münsterplatz, wo der DGB einen Wagen aufgestellt hatte. Von dieser Bühne sprach zunächst Sandra Spang, die den Nachmittag moderierte. Sie heizte ein: "Wir halten durch trotz der Kälte." Anlass für die Kundgebung sei auch Pegida, selbst wenn die Gruppe in der Region bisher nur in sozialen Netzwerken aktiv ist. "Das ist Anlass zum Handeln." In Ulm ist man "miteinander statt gegeneinander", so das Motto der Kundgebung.

Der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner bekräftigte: "Seit Jahrzehnten lebt Ulm davon, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen nach Ulm kommen. Das Zusammenleben wollen wir nicht gestört wissen von dumpfem Hass und Ausgrenzung." Für Gönner setzen die Demonstranten ein Zeichen gegen Hass, Ausgrenzung, Mord.

Für den Rat der Religionen in Ulm sprachen Matthias Hambücher, der Pfarrer der Wengengemeinde ist, und Selda Karaduman. "Religionen stehen für Frieden unter den Menschen", sagte Hambücher. Er forderte eine kritische Auseinandersetzung mit den religiösen Texten aller Religionsgemeinschaften ein und sprach sich für ein eigenes Glaubensbekenntnis aus: "Wir bekennen uns zur Achtung des Grundgesetzes, zur respektvollen Kooperation, zum Recht auf freie Meinungsäußerung und zur Bereitschaft, Unterschiede zu akzeptieren". Der Katholik sieht seine Kirche durchaus kritisch: "Ich weiß, wir haben Nachholbedarf."

"Der Islam versteht sich als Religion des Friedenmachens", sagte Selda Karaduman vom Ulmer Türkisch-Islamischen Kulturverein. Die anwesenden Türken und türkischstämmigen Kundgebungsteilnehmer applaudierten heftig. Wer im Namen Allahs Grausamkeiten begehe, missbrauche den Islam, fuhr Karaduman fort. "Solche Taten sind Terrorismus, Extremismus." Seldar Karaduman: "Wir stehen gegen Hassprediger."

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