Die Enttäuschung sitzt tief bei Carmen Mark und ihrem Team, das den Kulturbiergarten auf dem Gelände der alten Flussmeisterei am Neu-Ulmer Donauufer organisiert. Klar ist, dass das Programm dort in diesem Jahr letztmals vom 7. Juni bis 23. Juli stattfindet. Die Flussmeisterei und das benachbarte Weiss-Areal werden im Anschluss mit Wohnungen bebaut.

Der Umzug des Kulturbiergarten 2013 in den ungenutzten Teil des Donaubads, so hat Mark jetzt erfahren, hat sich zerschlagen. Der Neu-Ulmer Bürgermeister Gerd Hölzel hat auf Anfrage bestätigt, dass diese Pläne von der Stadt nicht mehr weiter verfolgt werden. Neu-Ulm besitzt dort 25 Prozent der Flächen, der größte Teil, also 75 Prozent, gehört Ulm. Beide Städte seien sich einig: Zu groß sei die Gefahr, dass sich der Kulturbiergarten dort verselbständige. Geplant sei eine Vermarktung, sprich Bebauung des alten Donaubadteils. Konkrete Pläne dazu, so die beiden Fachbereichsleiter für Liegenschaften, Peter Stamm in Neu-Ulm und Ulrich Soldner in Ulm, gibt es derzeit aber nicht. Die Planungshoheit habe aber allein Neu-Ulm, heißt es dazu in Ulm.

Hölzel führt auch noch Kostengründe auf: Damit der Kulturbiergarten dort stattfinden könne, müsse das alte Donaubad-Gelände hergerichtet werden, was Strom- und Wasseranschlüsse, die Wege und die Absicherung der alten Gebäudeteile betrifft. Hölzel: "Das allein würde erhebliche Investitionen nach sich ziehen." Wie hoch die Kosten wären, hat die Verwaltung aber bislang nicht ermitteln lassen.

Carmen Mark ist jedenfalls bitter enttäuscht: Im vergangenen Jahr habe es gleich mehrere Vor-Ort-Termine mit verschiedenen Abteilungen beider Städte gegeben. Und dabei habe sie immer erklärt, dass sie mit jährlichen Mietverträgen einverstanden gewesen wäre, "genau so, wie es bislang auf dem Flussmeisterei-Gelände der Fall war, denn auch dort stand immer eine Bebauung im Raum". Auch hätte sie sich mit ihren Mitstreitern Christos Kalokerinos und Ralf Benischka damit einverstanden erklärt, dass man selbst bei der Ertüchtigung des Donaubad-Geländes anpacken werde. Die Organisatoren des Kulturbiergarten hätten immer deutlich signalisiert, so Kalokerinos gestern, dass sie selbst für die Verkehrssicherheit des Geländes gesorgt hätten.

Das Donaubad-Gelände wäre für die Macher des Kulturbiergarten ideal gewesen, was die Erreichbarkeit von beiden Städten aus betrifft, sagen Mark und Kalokerinos. Alle anderen von Neu-Ulm vorgeschlagenen Alternativen seien weniger geeignet, weil sie zu weit außerhalb der Innenstädte liegen würden. Der Neu-Ulmer Fachausschuss für Stadtentwicklung, Hochbau und Umwelt wird darüber morgen, 16 Uhr, im Rathaus diskutieren.