Ulmer Zelt? Abgesagt. Schwörkonzert? Abgesagt. Open-Air im Klosterhof? Abgesagt. Die Corona-Krise sorgt für gähnende Leere im städtischen Veranstaltungskalender. Trotz der aktuellen Situation möchten die Betreiber des Ulmer Kulturzentrums Gleis 44 Musikern und Künstlern eine Bühne bieten. Gemeinsam mit dem Verein „Indauna“, der sich für kulturelle Angebote in der Friedrichsau engagiert, verwandelt das Team um Samuel Rettig den Liederkranz in einen Kulturbiergarten.
Als Ergänzung zum Gastronomie-Betrieb sollen auf der Bühne unter anderem:
  • Konzerte
  • DJ-Abende
  • Lesungen
  • und Vorträge
stattfinden. „Wir möchten den Ulmern in den kommenden drei Monaten ein buntes Programm bieten. Selbstverständlich halten wir uns dabei an sämtliche Hygieneregeln“, betont Rettig.

Kulturbiergarten in der Friedrichsau eröffnet am 6. Juni

Am Samstag, 6. Juni, wird der neue Kulturbiergarten eröffnet. Zum Auftakt ist ein Impro-Theater geplant, berichtet Rettig. Mit ausreichend Sicherheitsabstand zwischen den Tischen habe man Platz für rund 200 Gäste. Neben Getränken gibt es auch Snacks. In der Liederkranz-Küche bereitet das Team Flammkuchen zu. Darüber hinaus soll das Essensangebot um verschiedene Food-Trucks erweitert werden.

Liederkranz in Ulm: Auch Kunstausstellung ist geplant

Bis es soweit ist, haben die Organisatoren allerdings noch alle Hände voll zu tun. In den kommenden Tagen bringen sie das Gelände in der Friedrichsau auf Vordermann. „Wir streichen das Haus neu, stellen die Garnituren auf und dekorieren“, sagt Rettig. Zudem werde die Ausstellung der Neu-Ulmer Ateliergemeinschaft „Kunstetagen“ vorbereitet. Biergarten-Gäste können sich beispielsweise Tierskulpturen aus Holz ansehen.

Programm im Ulmer Kulturbiergarten: Szenische Lesungen

Beim Programm legen das „Gleis 44“-Team und die Mitglieder von „Indauna“ Wert auf Vielfalt. „Jeder kann sich bei uns melden. Jetzt ist es umso wichtiger, die Bühne für alle zu öffnen, die gerade keine haben. Da wollen wir möglichst flexibel bleiben“, sind sich Rettig und „Indauna“-Vorstand Thomas Kienle einig. Man sei bereits in Kontakt mit verschiedenen städtischen Einrichtung, beispielsweise mit dem Theater oder der Musikschule. „Wir können uns sowohl szenische Lesungen mit Schauspielern des Theaters als auch ein Blasmusik-Konzert auf der Bühne vorstellen“, sagt Rettig. Die meisten Programmpunkte seien abends geplant, es soll aber auch nachmittags Angebote geben, etwa ein Kindertheater.