Ulm Kulitz und Gönner bedauern Rücktritt

SWP 11.02.2013
Der Rücktritt von Annette Schavan als Bundesministerin hat Bedauern in der Region ausgelöst. Die Redaktion hat wichtige Ulmer Stimmen eingeholt.

Der Ulmer Uni-Präsident Karl-Joachim Ebeling bedauert, durch den Rücktritt von Annette Schavan als Bildungsministerin eine wichtige Fürsprecherin für die Wissenschaftsstadt verloren zu haben. Er zollte Respekt. Schavan sei als Forschungsministerin extrem erfolgreich gewesen. Sie habe Pakte für die Forschung durchgesetzt, nach denen seit 2011 die außeruniversitären Forschungsmittel jährlich um fünf Prozent steigen. Sie habe die Exzellenzinitiative ins Leben gerufen, um Spitzenforschung zu fördern. Davon habe Ulm profitiert - Stichworte: Helmholtz-Institut und Batterieforschung am ZSW. "Sie hat uns nicht bevorteilt gegenüber anderen. Aber sie hat uns gefördert, wo wir gut sind." Auch in der Gesundheitsforschung. "Sie hat die Jugendpsychiatrie unterstützt. Nicht weil es Ulm ist, sondern weil die bundesweit ganz vorn dabei ist." Ebeling hofft, dass die rechtliche Auseinandersetzung mit der Uni Düsseldorf zügig geklärt wird. "Auch die Fakultät in Düsseldorf muss sich erklären. Das ist eine brisante, keineswegs klare Sache."

"Ich bedaure Annette Schavans Rücktritt sehr", sagte der Ulmer OB Ivo Gönner (SPD). Er würdigte ihre Verdienste für den Wissenschaftsstandort Ulm. "Sie hat viel Gutes getan für die Region." Die Ulmer Vorsitzende der Jungen Union, Jessica Kulitz, äußerte Respekt vor der Entscheidung. Aus ihrer Sicht war der Rücktritt unnötig. Sie finde es richtig, dass Schavan in der Plagiatsaffäre juristisch weiterkämpfe. Als Kandidatin im Wahlkampf werde Schavan ein "starkes Zugpferd" bleiben. Ähnlich äußerte sich ihr Vater, IHK-Präsident Dr. Peter Kulitz, der am Freitag von einer Delegationsreise mit Schavan nach Südafrika zurückgekehrt war. Ihr Netzwerk bleibe bestehen. Sie sei daher die richtige CDU-Kandidatin für Alb-Donau/Ulm und jedem anderen Abgeordneten "um Längen überlegen". Der Erbacher CDU-Sprecher Hans Seemann machte seinem Ärger Luft. "Wenn man nicht mehr auf die Arbeit und die erbrachte Leistung schaut, sondern nur noch auf die Zerstörung einer Person aus ist, ist das für mich politischer Terror."