Helmut Lotti? Den Jüngeren sagt der Name nichts. Trotz gut  13 Millionen Alben, zig Musikpreisen, massenhaft Gold und  Platin. Dann die selbstgewählte Auszeit:  fünf Jahre abgetaucht, die Karriere auf Eis. Doch seit Oktober 2016 steht der belgische Pop-Star auf Comeback-Tour „Back into the Light“ wieder im Bühnenlicht.  Knapp 700 treu gebliebene, meist reifere Fans kamen ins Ulmer CCU.

Erwartungsfroh galt schon dem Intro seines  jungen erstklassigen 22-köpfigen  Golden Symphonic Orchestras   viel Applaus. Doch wo blieb Lotti?   Vom Seiteneingang zog der 48-Jährige „You’ll Never Walk Alone“ schmetternd durch die Reihen. Ohne Starallüren, mit jungenhaftem Charme und toller Stimme. Ganz der Alte – fast. Ohne Toupet „sehe ich aus wie Wladimir Putin“, sagte Lotti anfangs selbstironisch.  Egal, die Herzen flogen ihm zu.

Dreistündige Hochglanz-Show

Der Troubadour  mit der wandlungsfähigen, dreieinhalb Oktaven umfassenden Gold-Stimme,  flotten  Tanzschritten und  aus dem Liegestütz verteilten Küsschen lief bei „My Boy“, seinem ersten Erfolg 1989,  und bei Titeln   wie „Faith, Hope and Love“ von seiner neuen, gleichnamigen CD zur Hochform auf. Im Rücken bei eigenen und  gecoverten Songs  vier Back­ground-Sänger(innen)  und sein Orchester mit  Streicher- und Bläser-Glanz. Mächtig  animierten „Higher and Higher“ zum Mitklatschen oder „Hey Jude“ im Riesenchor.

Im Auf und Ab der Gefühle schuf Lotti zwischen reichlich Schmusepop, Swing, Rock, Klassik-Tupfern („Santa Lucia“) und Stimmungsnummern („Pata Pata) mit  Plaudereien aus seinem Leben  Nähe. Am Ende der  zwei Dutzend Titel rissen „Proud Mary“ und das hebräische Volkslied „Havah Nagilah“ das Publikum von den Sitzen. Was nach der fast dreistündigen Hochglanz-Show und Ovationen zum Fan-Glück noch fehlte? Ein  Elvis-Medley.