Kunst in Ulm Künstlergildepreis Ulm für eine Holzskulptur

Gildepreisträgerin Jolanta Switajski mit ihrer Skulptur.
Gildepreisträgerin Jolanta Switajski mit ihrer Skulptur. © Foto: Otfried Käppeler
Ulm / Otfried Käppeler 04.09.2018
Der diesjährige Preis der Künstlergilde Ulm ist für eine Holzskulptur vergeben worden. Die Ausstellung zeigt 94 Werke.

Die Themenausstellung der Künstlergilde Ulm ist mit „Meine Kunst“ sehr offen gehalten und gleicht deshalb mehr einer Jahresausstellung der Gildemitglieder. Das habe man bewusst so gemacht in Anlehnung an die Ausstellung „Warum Kunst?“ in der Kunsthalle Weishaupt sowie der Triennale im Museum, sagte die Vorsitzende Brigitte Perzl-Reinhard bei der Eröffnung. 62 Künstler hätten 143 Werke eingereicht, aus denen eine Jury 94 Werke von 48 Künstlern ausgewählt habe. Die Hängung ist also eng.

Den Gildepreis hat die Bildhauerin Jolanta Switajski aus Vogt im Kreis Ravensburg erhalten. Die 1963 in Polen geborene und 1989 nach Deutschland gekommene Künstlerin erhielt ihn für die Holzskulptur „Vielleicht lieber doch zurück“. Mit der Kettensäge hat sie eine blockhafte Figur mit dicken, schweren Beinen, langen Armen und einem dicht auf den Schultern sitzendem Kopf mit einem Erschöpfung, ja Resignation ausdrückendem Gesicht geformt. Die Oberfläche ist durch Anflammung zum Teil geschwärzt.

Neben der großen Teilnehmerzahl fällt dieses Mal die technische Vielfalt auf. Außergewöhnlich ist schon, dass eine Skulptur den Gildepreis erhält. Zudem ist die  zum Teil experimentelle Fotografie relativ stark vertreten.

Musiker in bayrischer Tracht

Barbara Rotter etwa fragmentiert Motive derart, dass die Gegenstände abstrahiert ins Grafische gleiten. Das digital bearbeitete Großformat von Götz Wintterlin zeigt die städtische Tristesse mit zwei wuchtigen Mauern einer Ruine, in deren Hof ein Einkaufswagen als Relikt  besserer Zeiten steht. Teile der Mauern werden zudem in einer großen Pfütze gespiegelt und auf einer Wand steht mehrfach der titelgebende Satz „Du sagst ich bin . . .“ Offen ironisch, aber malerisch souverän zeigt sich Gernot Thamm mit „Heimat Solo“, in welchem er einen Musiker in bayrischer Tracht porträtiert, der quasi eingefasst ist von den beiden Türmen der Frauenkirche in München.

Info Bis 16. September: Do/Fr 14-17, Sa/So 11-17 Uhr.

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