Ulm Künstlergilde würdigt Fritz Einsiedler mit einer Einzelausstellung

Der Gildepreisträger 2015: Fritz Einsiedler mit weiblicher Figur
Der Gildepreisträger 2015: Fritz Einsiedler mit weiblicher Figur © Foto: Otfried Käppeler
Ulm / OTFRIED KÄPPELER 01.03.2016
Große Bildformate wie auch einige Betonfiguren zeigt Fritz Einsiedler in der Künstlergilde Ulm. Seit 1986 ist er dort Mitglied. Jetzt wird sein Werk im Rahmen einer Einzelausstellung gewürdigt.

Sein Malstil ist unverkennbar und scheint zu ihm zu passen. Wie Fritz Einsiedler als Künstler ruhig und unaufgeregt auftritt, so wirken auch seine Bilder und drei Plastiken, die er in der Gilde zeigt. Seine szenischen Figurationen lassen sich stilistisch am ehesten der naiven Malerei zuordnen. Naiv in dem Sinne, dass die Figuren flächig angelegt sind, es keine feste Perspektive gibt und die Details bewusst grob gehalten werden. Neben der Umrisslinie für die Figuren sind es die klaren Farben, diese bunte Mischung, die den Bildern den typischen Einsiedler'schen Charakter geben.

Als Gildepreisträger von 2015 hat der 1937 in Wiblingen geborene und noch heute dort lebende Mann in den Räumen der Künstlergilde eine Einzelausstellung. Neben großen Bildformaten zeigt er Arbeiten auf Papier und einige wenige Betonfiguren, die die malerischen Figurationen ins Plastische überführen.

Obwohl Fritz Einsiedler fast nie nach Vorlagen malt - außer wenn er sich mal einen Kinderwagen vornimmt, "dann schaue ich mir ein Foto davon an" -, kommt einem vieles auf den Bildern bekannt vor. Weniger weil auf einem der Metzgerturm zu erkennen ist. Vielmehr gelingt ihm oft mit seinen Figuren eine relativ freie Typisierung, die die allgemeine Vorstellungen zu treffen scheinen. Zudem ist er gerne doppelbödig, wenn in "Es wird eng" tatsächlich Menschengedränge herrscht; zentral dabei sind zwei dunkelhäutige Figuren - Flüchtlinge, wie der Künstler sagte.

Buchbinder wurde Fritz Einsiedler unter anderem, weil er gerne las. Und was Sprache angeht, hilft bei ihm mancher Bildtitel auf die Sprünge, wenn sich in "Kontaktaufnahme" Mann und Frau genauso näher kommen wie eine Etage tiefer deren zwei Hunde.

Gerade an den kleineren Blättern in Mischtechnik zeigt sich der Künstler als guter Zeichner. Und einmal fällt der Stil eines Blatts aus dem Rahmen, wenn er in "Begegnung im Wald" zeichnerisch für seine Verhältnisse geradezu virtuos und mit blauen Bäumen sowohl farblich wie im Duktus geradezu expressiv wird.

Info Ausstellung in der Künstlergilde (Donaustraße 5) bis 13. März: Do-Fr 14-17, Sa/So 11-17 Uhr.

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