Schwörmontag 2018 Schwörkonzert: „Very british?“ im Ulmer Münster

Friedemann Johannes Wieland.
Friedemann Johannes Wieland. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / Jürgen Kanold 18.07.2018
„Very british?“ heißt in diesem Jahr das Motto des Schwörkonzert im Münster. Erschienen ist jetzt auch die neue Orgel-CD von Friedemann Johannes Wieland.

Ein lichtdurchflutetes Münster, ein Farbenrausch zwischen Spätgotik und Kirchenfenster-Moderne  – und dann braust die große Walcker-Hauptorgel auf. „Orgelmusik am Mittag“ heißt eher profan, für den Touristen-Zeitplan,  die Reihe mit kaum halbstündigen, oft wunderbaren Konzerten. Mehr Atmosphäre geht nicht – eine CD-Aufnahme kann sie natürlich nicht einfangen oder ersetzen. Doch auch die neue Scheibe der „Neuen Orgeledition Ulmer Münster“ klingt gut – lässt sich vor allem mitnehmen und zu Hause und überall anhören. Vergangenen Samstag spielte Friedemann Johannes Wieland Auszüge daraus live – und jetzt liegt die CD „per tutti“ im Münstershop zum Verkauf aus (und ist zudem bald online erhältlich).

Orgelmusik der Romantik und auch eine CD mit „barocker Klangpracht“ hat der Münsterorganist schon eingespielt, dieses Mal ist es ein sehr vielfältiges, auch ausgefallenes, facettenreich registriertes Programm: Werke aus den jährlichen Orgelwunschkonzerten – von Bach (Passacaglia et Fuga in c), Zipoli und Rheinberger bis Dubois (Toccata in G). Ein sinnlicher „Boléro“ von Lefébure-Wély ist ebenso dabei wie eine schlicht volkstümliche Komposition von Leopold Mozart und Johann Ernst Eberlin: „Der Morgen und der Abend“.

„Very british?“

Als Dirigent steht Friedemann Johannes Wieland dann wieder am Samstag, 19 Uhr, beim traditionsreichen Schwörkonzert im Münster am Pult der Ulmer Philharmoniker und des Motettenchors. Mit „very british?“ ist der Abend überschrieben. Nach dem Brexit-Beschluss der Briten, erzählt Wieland, habe er das Ausrufezeichen des lange geplanten Programms durch ein Fragezeichen ersetzt. Der in Halle geborene Georg Friedrich Händel, dessen 1727 für King George II. entstandene „Krönungshymnen“ aufgeführt werden, sei vielleicht Engländer geworden, aber doch auf jeden Fall „ein großer Europäer“. Was wiederum fußballerisch gehört werden kann: Denn auf der ersten der vier „Coronation Anthems“ basiert die Melodie der Champions League.

Unstrittig britische und herrlich spätestromantische Musik erklingt zudem im Schwörkonzert: Ralph Vaughan Williams’ „Five Mystical Songs“ mit dem Bariton Klaus Mertens sowie Edward Elgars „Enigma-Variationen“.

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