Seit dem 1. Juli 2001 war Dr. Johann Kreuzpointner Leiter der auch für Neu-Ulm zuständigen Staatsanwaltschaft Memmingen. Jetzt stellt sich der 60-Jährige einer neuen Aufgabe und wechselt auf den Präsidentenstuhl des Landgerichts Kempten. Vor etwa einem Jahr hat der Deutsche Bundestag beschlossen, die Verfolgung von Straftaten von Bundeswehr-Angehörigen während eines Auslandseinsatzes zentral in Kempten ermitteln und ahnden zu lassen.

Eine Zusatz-Aufgabe, die nicht nur für die Staatsanwaltschaft, sondern auch für die Gerichte und mithin für Kreuzpointner selbst eine Herausforderung darstellt. "Ich bin jetzt 60 Jahre alt, einmal packe ich noch an", sagte Kreuzpointner gestern auf Anfrage am Telefon. Vor wenigen Tagen hat er seine Ernennungsurkunde bekommen, der Wechsel steht bereits zu Anfang Oktober, also am kommenden Dienstag, an. Gestern war der Noch-Leitende Oberstaatsanwalt im Gefolge von Noch-Justizministerin Beate Merk in Neu-Ulm, um das neue Schülergericht vorzustellen, einem neuen Teil des "Teen Court" genannten Projekts, wo Schüler unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft jugendtypische Straftaten beurteilen sollen (siehe gesonderter Bericht).

Kreuzpointner tritt in Kempten die Stelle seines Vorgängers an, der bereits im Mai in den Ruhestand getreten ist. Die Behörde im Allgäu ist personell etwas größer als die Staatsanwaltschaft in Memmingen, die etwa 60 Beschäftigte zählt. Zum Landgericht Kempten gehören insgesamt vier Amtsgerichte in Kaufbeuren, Lindau, Sonthofen und eben in Kempten.

Aus Neu-Ulmer Sicht ist die Nachfolgeregelung von großem Interesse. Die Stelle des Leitenden Oberstaatsanwaltes ist jetzt ausgeschrieben, wird aber vermutlich erst in ein paar Monaten wieder besetzt werden. Die Bewerbungsfrist ist eben erst angelaufen.