Fast ein halbes Jahrhundert Leben-Wohnen-Freizeit – vor dem Internet mit glanzvollen Zeiten und mehr als 100 000 Besuchern. Aber auch diesmal gibt es vor allem für Häuslebauer und Renovierer einiges zu sehen und zu vergleichen, etwa beim Kauf einbruchssicherer Türen und Fenster, eines neuen Parketts oder Garagentors.

Gleichwohl greift die Präsenz der Hersteller und Händler in Online-Shops das Konzept der Verbrauchermessen an – so wie die Digitalisierung überhaupt ganze Branchen durcheinanderwirbelt. Dieser Prozess ist auch auf der LWF zu beobachten, wo immer mehr Flächen für Events und Aktionen umgewidmet werden, weil es einfach weniger Produktanbieter gibt.  Es wird daher Zeit, über den lange geforderten neuen Zuschnitt der Messe nachzudenken, Motto: kürzer und kompakter.

Das sollte auch im Interesse des städtischen Hallenvermieters Ulm-Messe sein, für dessen Aufsichtsräte aus dem Stadtparlament ein Besuch noch bis nächsten Sonntag in jedem Fall zum Pflichtprogramm gehören sollte. Natürlich ist der private Messeveranstalter UAG, der das Areal neun Tage bezahlen muss, durch langfristige Verträge gebunden. Dennoch darf es hier für das Rathaus nicht darum gehen, kurzfristig die Einnahmen abzusichern, sondern die Attraktivität des Messestandorts Ulm muss im Zentrum stehen.