Ulm / Hans-Uli Mayer  Uhr

Es hat lange gedauert und harte politische Debatten gebraucht, bis der Mindestlohn im Jahr 2015 eingeführt werden konnte. Seither gilt er in vielen Branchen, die ganz entgegen der im Vorfeld gewählten Untergangsrhetorik weiterhin expandieren und gedeihen. Aber wie jede Regel und jedes Gesetz muss auch die Einhaltung des Mindestlohns durchgesetzt werden. Und insofern ist die Ankündigung nur folgerichtig, vermehrt zu kontrollieren.

Das gebietet sich auch trotz der relativ niedrigen Beanstandungsquote von etwa 5 Prozent. Man mag trefflich darüber streiten, ob dies viel oder wenig ist. Allein, dass in einer so reichen Region wie an Donau und Iller bei solch geringen Eurobeträgen getrickst wird, ist schon bemerkenswert genug. Vor allem muss befürchtet werden, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist und über andere Regelungen wie versteckte Arbeitszeitverlängerungen ausgerechnet im Niedriglohnsektor gespart wird. Dass aus Ulm trotz der sehr ausgeprägten Bautätigkeit der letzten Jahre vergleichsweise wenig spektakuläre Fälle bekannt wurden, sollte niemanden in Sicherheit wiegen. Wie schnell alles stillstehen kann, zeigten die Vorfälle bei den Sedelhöfen. Will man solche Nachrichten in Ulm vermeiden, braucht es einen hohen Kontrolldruck durch den Zoll.