Ulm Kontiki geht mehr an die Schulen

Die "Sie bauten ein Münster"-Werkstätten liefen bei Kontiki in diesem Jahr bestens.
Die "Sie bauten ein Münster"-Werkstätten liefen bei Kontiki in diesem Jahr bestens. © Foto: Kontiki
Ulm / MAGDI ABOUL-KHEIR 05.08.2015
Verlässliche Grundschule, Ganztagesschule und G 8: Auch die Kinder- und Jugendkunstschule Kontiki muss sich da umstellen und flexibler werden.

Wenn die Kinder nicht mehr zu Kontiki kommen, muss Kontiki eben zu den Kindern. Das ist überspitzt formuliert, noch immer besuchen Hundertschaften die Kurse der Kinder- und Jugendkunstschule in ihren schönen Räumen im Stadtregal. Aber Mirtan Teichmüller, seit einem Jahr Kontiki-Leiter, weiß, dass er einiges verändern muss.

Angesichts rückläufiger Teilnehmerzahlen gab es zu Teichmüllers Start vor einem Jahr klare Vorgaben, sagt Dagmar Engels, Leiterin der vh, zu der Kontiki gehört. Kurzum: "Man muss Kontiki neu aufstellen."

Überall im Land haben die Kinder- und Jugendkunstschulen Probleme. Egal, ob wegen Kindertagesstätten, verlässlicher Grundschule, Ganztagesschulen oder G 8: "Kinder haben an den Nachmittagen zu wenig freie Zeit", sagt Engels, "und zugleich findet weniger kulturelle Bildung in der Schule statt."

Eine Konsequenz: Kontiki bietet jetzt mehr Kurse und Werkstätten an Wochenenden und in den Ferien an. "Wir denken weiter über neue Formate und Kurzzeitangebote nach", sagt Teichmüller, "aber man muss dabei darauf achten, dass die Qualität nicht darunter leidet."

Kontiki hat schon länger Kooperationen mit Schulen gepflegt, aber nun wird das Angebot ausgebaut und flexibler. Die Kurse oder Werkstätten sind als Nachmittags-Programm oder für die Projektwochen buchbar. So waren im Frühjahr 230 Kinder von vier Schulen in den "Sie bauten ein Münster"-Werkstätten; 100 Kinder aus drei Schulen nahmen an einem Mal-Projekt zur Wilhelmsburg teil.

Münsterturmjubiläum und Wilhelmsburg-Debatte: "Wir wollen uns in das, was in Ulm passiert, einbringen - mit den Kindern", sagt Teichmüller. Er sieht Kontiki auch als soziokulturelles Zentrum, das zudem "niederschwelliger" werden soll. Das alles bedeutet aber, sich immer wieder um zusätzliche Fördermittel für Vorhaben zu bemühen.

Besonders stolz ist Mirtan Teichmüller auf das Flüchtlingsprojekt "Farben ohne Grenzen", eine Kooperation mit dem Roxy. Ob Holzwerkstatt, Töpfern, Mutter-Kind-Kurs oder "Mal was"-Wagen: "Es ist bewegend zu sehen, wie gut das diesen Kindern tut."