Ulm Komponist Elia attackiert Münsterkantor

Sollte bewusst alles abstürzen? Oratorium-Komponist Marios Joannou Elia (rechts) und sein Bruder Nicolas gestern bei der Pressekonferenz.
Sollte bewusst alles abstürzen? Oratorium-Komponist Marios Joannou Elia (rechts) und sein Bruder Nicolas gestern bei der Pressekonferenz. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / HANS-ULI THIEREER 27.03.2015
„Ich habe das Gefühl, Wieland hat es so gesteuert, dass alles abstürzt.“ Diesen Verdacht hat Marios Joannou Elia, Komponist des im Zuge der Feierlichkeiten zum 125. Münsterturm-Jubiläum abgesetzten „Ulmer Oratoriums“.

Die Vorwürfe richten sich gegen den für die Aufführung musikalisch verantwortlichen Münsterkantor Friedemann Johannes Wieland. Wieland wies die Mutmaßung – wie auch die städtische Kulturabteilungschefin Sabrina Neumeister – „in aller Entschiedenheit“ zurück. „Die Entscheidung, das Oratorium abzusetzen, fiel im Leitungsteam. Einstimmig, ohne mein Betreiben.“

Elia, am Freitag begleitet durch seinen Bruder Nicolas, erzeugte mit einer Pressekonferenz im Stadthaus einen größeren Medienauftrieb. Der Komponist führte als einen von mehreren weiteren Gründen für das Scheitern der Aufführung seines Werkes ins Feld, dass kein Generalverantwortlicher als klärende Instanz eingesetzt worden sei. Diese Einschätzung teilt Grünen-Stadträtin Lena Schwelling. Sie und ihr Fraktionskollege Michael Joukov hatten die Pressekonferenz als einzige Stadträte verfolgt. Elia schließt juristische Schritte nicht aus. Er signalisierte jedoch, er sei auch zu gütlichen Einigungen bereit.

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