Das Bessere ist der Feind des Guten. Ob der Vorschlag des Förderkreises Bundesfestung zur Erschließung der Wilhelmsburg besser ist als die alte Idee der Stadt, müssen Stadträte und Stadtverwaltung abwägen. Überzeugend klingt allemal, was Matthias Burger und Co. an Überlegungen vortragen.

Ein Aspekt, der bei allen Planungen berücksichtigt gehört: Es geht nicht nur darum, wie die Wilhelmsburg als sommerliche Spielstätte besser durch Besucher erreicht und angedient werden kann, sondern auch darum, welcher Vorschlag der längerfristigen Perspektive der Burg dient, die da heißt: allmähliche Nutzung der mehr als 200 Räume dieser einst größten Kaserne in Europa. Denn alle Erfahrung mit den Einzelwerken der Bundesfestung lehrt: Das beste Mittel sie zu erhalten, ist die Nutzung.

Erstaunlich, welche Fahrt die Debatte aufgenommen hat. Jahrelang hatte die Burg zunächst im Dornröschenschlaf gelegen, nachdem die Stadt sie quasi vom Bund samt Grundsanierungszuschuss geschenkt bekommen hatte. Dann küsste das Theater sie wach, indem es den Hof als reizvolle Spielstätte entdeckte und unter Intendant Andreas von Studnitz fortentwickelte.

Abgesehen vom glücklichen Grundsatzbeschluss für die Wilhelmsburg vor der Sommerspielzeit 2011 lief dies ohne Debatten im Rat. Es ist an der Zeit, jetzt am Ratstisch die Frage zu klären, was auf lange Sicht werden soll mit der Burg.