Ulm / CAROLIN STÜWE  Uhr

Die Integration von Menschen mit ausländischen Wurzeln sollte in allen Bereichen des täglichen Lebens möglich sein.

Noch größer wird die Herausforderung, wenn verschiedene Religionen und Umgangsformen mit ins Spiel kommen. Deshalb ist es eine großartige Entwicklung, was die Ulmer Notfallseelsorge – bundesweit als erste Notfallseelsorge-Einheit – erreicht hat: Zehn Notfallbegleiter türkischer und bosnischer Herkunft wurden von erfahrenen deutschen Kollegen ausgebildet – und das in einem türkisch-islamischen Kulturzentrum. Einfach genial!

Diese muslimischen Notfallbegleiter werden künftig nach Verkehrsunfällen und Bränden gemeinsam mit christlichen Notfallseelsorgern die Polizei begleiten. Denn nur diese darf den Angehörigen die Todesnachricht überbringen. Bisher gab es lediglich rein türkische Organisationen, die ihre Landsleute nach Unglücksfällen betreuten. Und die bosnische Gemeinde in Ulm hätte solch einen Dienst am Nächsten, der im Islam eine sehr große Rolle spielt, alleine nicht gestemmt.

Der Vorsitzende der bosnischen Muslimgemeinde Deutschland spricht von „Einbettung“ in die Gesellschaft. Schön gesagt, das klingt nicht so nüchtern wie Integration. Aber wie man es auch nennt: Entscheidend ist, dass es gelebt wird.