KOMMENTARMÜLL Sehr sensibles Mega-Thema

CHIRIN KOLB 17.02.2013

Müll ist ein sehr sensibles Thema. Und ein Mega-Thema. Wenn die Entsorgungsbetriebe (Ebu) das Müllsystem ändern wollen, ist jeder Ulmer betroffen, nicht nur die mit den 35-Liter-Tonnen. Ebu und Stadträte sind also gut beraten, sorgfältig abzuwägen und genau zu überlegen, welchen Weg sie einschlagen wollen.

Schwierig genug ist die Entscheidung. Größere Tonnen dürfen nicht dazu verleiten, mehr Müll zu produzieren oder alles reinzustopfen, was in die Biotonne oder auf den Recyclinghof gehört. Die Gebühren dürfen durch die Umstellung nicht steigen. Das Abfallsystem muss nachvollziehbar sein, schließlich sind die Entsorgungsbetriebe für die Bürger da und nicht umgekehrt. Zudem wird es für etliche Haushalte nicht einfach sein, die größeren Tonnen unterzubringen, zusätzlich zu Blauer Tonne, Biotonne und Gelbem Sack.

Müll ist auch deswegen ein sensibles Thema, weil er viel preisgibt über die Menschen: Zeig mir, was Du wegwirfst, und ich sage Dir, wer Du bist. Das mag ein Grund sein, weshalb viele vor der gemeinsamen Mülltonne mit dem Nachbarn zurückschrecken. Beim Biomüll haben sie diese Sorge offenbar nicht: Da teilen sich oft mehrere Haushalte eine Tonne. Oder liegt es etwa doch nur daran, dass es nur große Biotonnen gibt?

Es muss jedenfalls einiges bedacht sein. Trotzdem werden es Ebu und Stadträte am Ende nicht jedem Einzelnen recht machen können.