KOMMENTAR· UMWELTZONE: Letztes Aufbäumen

EDWIN RUSCHITZKA 26.07.2012

Wahnsinn, diese Neu-Ulmer CSU. Sie stellte sich gestern im Stadtrat gegen alles und jeden - gegen den eigenen OB und gegen die eigene Staatsregierung, um mit fliegenden Fahnen unterzugehen. Die Umweltzone wird auch in Neu-Ulm verschärft. Gegen den erbitterten Widerstand der CSU, die allein auf weiter Flur stand.

Hätte das Thema keinen so ernsten Hintergrund, man hätte sich gestern über diese Christsozialen prächtig amüsieren können. Da wollte der CSU-Fraktionschef Dr. Bernhard Maier die Sitzungsvorlage erst gar nicht zur Kenntnis nehmen - nach der Devise Augen und Ohren zu. Nur die Münder blieben offen: Auf die Entgegnung des OB, dass so etwas nicht gehe, entsetzte sich Altmatador Wolf-Dieter Freyberger: Dass könne der OB der CSU doch nicht vorschreiben. Es ging munter hin und her - und Thomas Mayer, immerhin der Direktor des Neu-Ulmer Amtsgerichts, sah sogar die verfassungsgemäßen Bürgerrechte gefährdet, sollte die Umweltzone verschärft werden.

Das Lager jenseits der CSU stand geschlossen - und schoss so manchen Pfeil ab. Dass sich die CSU derart gegen ihre Obrigkeit ins Zeug legte, amüsierte die Grüne Annette Neulist. Super spannend sei das, und es komme auch nicht allzu oft vor. Stimmt.

Egal, wie man zur Umweltzone steht, ein Gutes hat der gestrige Beschluss. Was den Autoverkehr betrifft, sind Ulm und Neu-Ulm demnächst wieder ein Stadt. Und das ist gut so.