KOMMENTAR· SCHWÖRWOCHENENDE: Der Maßstab ist gesetzt

HANS-ULI THIERER 23.07.2012

Von der Rückkehr des Rock nach Ulm war 2006 die Rede, als"The Who" das Open Air vor Schwörmontag auf dem Münsterplatz bestritt. Sechs Jahre hat es gedauert, ehe auf Pete Towshend, Roger Daltrey und Co. in Elton John eine weitere Musiklegende Ulm einen Hauch von Metropole bescherte. Respekt vor den Veranstaltern, die das Risiko einer aufwändigen Produktion und eines Draufzahlgeschäfts - das ihnen bei 10 000 Besuchern aber erspart geblieben sein dürfte - nicht gescheut haben.

Mehr noch: Maßstäbe sind gesetzt - es müssen ja nicht gleich die Rolling Stones sein. . . Maßstäbe auch, was den Termin betrifft. Die Stadt hat wegen Elton Johns Terminkalender die Vorverlegung auf Freitag erlaubt. Ein solches Maß an Flexibilität muss in aller Zukunft möglich sein. Wie - Protesten in derInnenstadt hin und her - in solchen Fällen auch eine Zweitnutzung des sündhaft teuren Bühnenequipments am Sonntagabend nicht prinzipiell ausgeschlossen werden sollte.

Ein Tabu bleibt der Samstagabend. Er sollte dem Gegenentwurf zum großen Kommerz auf dem Münsterplatz vorbehalten bleiben: der beschaulichen und beliebten Lichterserenade der Gesellschaft der Donaufreunde. Ihr darf keine Konkurrenz erwachsen. Längst bedingt das Eine das Andere, ergänzen sich Großshow vor den Münster und die von Ulmern und Neu-Ulmern für Ulmerund Neu-Ulmer getragene, jedermann zugängliche Lichterschau auf der Donau.