Kommentar: Kein Anlass zum Komasaufen

FRANK KÖNIG 10.04.2014
Bei Schwörmontag geht das Rathaus nach langem Zögern nun doch die eigentlichen Ursachen der Probleme in den Abendstunden an – wie Alkohol, Glasscherben, mehr Gewaltbereitschaft und gefährliche Situationen an der Grenze zur Massenpanik.

Das Vorziehen der Sperrstunde auf 23 Uhr vergangenes Jahr hat den Charakter der Party, die immer stärker Ballermann-Züge annimmt, nicht verändert, sondern sie lediglich verkürzt.

Ein flächendeckendes Verbot für harten Alkohol würde zweifelsohne etwas bewirken und auch ein Signal in Richtung regionalen Sauftourismus senden: Schwörmontag ist kein Anlass zum Komatrinken, man kann in Ulm dabei auch Spaß haben, ohne sich ums Bewusstsein zu bringen.

Die Event-Akteure haben die Schuld für den Wodka-Import durch Jugendliche bisher zumeist den Tankstellen am City-Rand zugewiesen, nun stellt sich aber heraus, dass die lokale Gastronomie zwar keine Alkopops, aber durchaus Schnaps verkaufen durfte. Sie wird bei einem Wodka-Verbot eventuell Umsatz verlieren, aber die Party als Ganzes gewinnt.

Es geht bei dem Mega-GratisKonzert am Münsterplatz mit zigtausenden Besuchern auch nach den äußerst kritischen Momenten des Vorjahrs vor allem um eines: dass junge Leute nicht zu Schaden kommen. Die Zeit ist vorbei, in der man den Event mehr oder weniger sich selber überlassen konnte. Die Love Parade war zuletzt Thema in diesem Kontext – nicht zu unrecht.