Ulm KOMMENTAR: Bezahlen will niemand

Ulm / UTE GALLBRONNER 24.10.2013

Alle Kinder haben das Recht auf Bildung. Das gilt umso mehr, wenn sie ohnehin benachteiligt sind. Es gibt wenige Menschen, die diese Forderung nicht unterschreiben würden. Inklusion ist das Zauberwort, das gemeinsames Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung beschreibt.

Soweit die Theorie. Doch wie so oft sieht es in der Praxis anders aus. Als Schwerpunktregion ist man in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis weiter als andernorts und kann am Ende doch nur feststellen: Nichts ist geregelt und das bleibt vorerst auch so. Ob Inklusion gelingt, hängt vom Durchhaltevermögen der Eltern, vom guten Willen einer Schule, letztlich vom Zufall ab. Es gibt keine Klarheit darüber, welche Ansprüche behinderte Kinder haben und wie man diesen gerecht werden kann. Denn Inklusion gibt es nicht zum Nulltarif. Bezahlen aber will niemand. Auch nicht die Stadt Ulm, zumindest nicht allein. Aus der Sicht der Kommune ist das verständlich.

Die Stadt muss sich einsetzen, dass nicht noch mehr Gremien gegründet werden, sondern endlich etwas herauskommt. Es müssen Konzepte her, wie Inklusion mit vertretbarem Aufwand gelingen kann. Dazu gehört in jedem Fall, dass die Schulen das nötige Personal bekommen. Geschieht dies nicht, hat Inklusion keine Chance. Denn die Idee mögen alle gut finden, wenn sie aber in der Klasse des eigenen Kindes umgesetzt werden soll, schauen Eltern genau hin.