Meinung Kommentar zur Kulturnacht und zum Start der Kultursaison

Kulturredakteur Magdi Aboul-Kheir.
Kulturredakteur Magdi Aboul-Kheir. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Magdi Aboul-Kheir 15.09.2018
In die kulturelle Szene von Ulm und Neu-Ulm kommt immer mehr Bewegung.

„Eine Nacht, 111 Orte, 500 Akteure“. Kommt einem irgendwie bekannt vor, der Slogan zur Kulturnacht Ulm/Neu-Ulm? „Eine Nacht, 103 Orte, 500 Akteure“, hieß es im Vorjahr. Und ein Jahr davor  . . . aber lassen wir das. Denn auch wenn die 18. Kulturnacht den Besuchern an vielen Orten ein Déjà-vu bescheren wird, so gibt es doch Neues zu entdecken.

Die Kulturnacht will auch gar keine Leistungsschau der hiesigen Szene sein, sondern niederschwellig, wie es heute so schön heißt, allerlei Kulturhäppchen und Werkstattblicke bieten. Um das auf Englisch übersetzte Grußwort der beiden Oberbürgermeister zu zitieren: „The Kulturnacht offers a little bit of everything.“

Lust auf neue Kultursaison

Die Kulturnacht soll Lust machen auf die neue Saison. Dass das Motto und viele Angebote bekannt sind, sollte nicht überdecken, wie viel Bewegung in der Szene herrscht – nicht nur im größten Kultur-Haus der Region, dem Theater Ulm, an dem ein neuer Intendant mit vielen neuen kreativen Kräften loslegt.

In Ulm hat man immer mal wieder mit der Bewerbung zur  Europäischen Kulturhauptstadt geliebäugelt – ohne je wirklich Mut und Visionen für einen solchen Schritt zu haben. Dafür summieren sich derzeit zahlreiche Projekte, auch und gerade aus der freien Szene, zu einem Angebot, das den Eindruck einer äußerst lebendigen Kulturstadt vermittelt.

Reizvolle Spielorte

So wird die Wilhelmsburg auch jenseits des Theatersommers zum reizvollen Spielort: Der „Pop Up Space“ dort ist eine tolle Sache, inklusive Gratis-Shuttle und Wilhelmsbar. Hoffentlich kommt auch das Zwischennutzungsprojekt „Gleis 44“ in der Schillerstraße auf Touren – das Potenzial des Areals ist enorm. Ein Projekt wie „Indauna“ wird mit Leidenschaft betrieben. Und die „Stiege“ gehört fast schon zum Establishment. Nicht verschwiegen werden darf, dass auch in Neu-Ulm mehr auf Kultur gesetzt wird, siehe „Kunstbauraum“.

Vieles ist in Bewegung, natürlich ist nicht alles gut. Ein paar Kritik-Stichworte: Musikalisch läuft einiges an Ulm vorbei, weil es zu wenige Auftrittsorte für die diversen Genres gibt.  In Sachen Sponsoring ist in einer so wohlhabenden Region noch Luft nach oben. Und da viele kulturelle Projekte – klar! – mit Speis und vor allem Trank verbunden werden, sollten auch die Sorgen von Gastronomen ernst genommen werden.

Am Samstagabend darf man sich aber ganz entspannt ein Bild machen. Und um es nochmal mit den polyglotten Oberbürgermeistern zu sagen: „Have a good start into the upcoming cultural season!“

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