Ulm Kommentar zum Wonnemar: Zurück in die Zukunft

EDWIN RUSCHITZKA 15.07.2016
Die Städte Ulm und Neu-Ulm holen mit einer kommunalen Donaubad GmbH das Wonnemar zurück. <i>Ein Kommentar von Edwin Ruschitzka.</i>

Es war eine Entscheidung ohne Alternativen. Dass das demnächst ehemalige Wonnemar nochmals an einen privaten Betreiber verpachtet wird, war schlichtweg unmöglich. Erstens ist das nicht mehr der politische Wille dies- und jenseits der Donau, und zweitens hätten die Städte auch keinen Betreiber gefunden, bei dem Renommee, das das Bad nach all den negativen Schlagzeilen hat.

Es ist  konsequent und richtig, dass die Städte sich in die Pflicht nehmen, eine neue kommunale Gesellschaft gründen und künftig wieder die Hoheit über alle relevanten Entscheidungen im Bad haben. Das wird ihnen viel Mühsal bescheren, sie wohl auch einiges kosten. Aber die Beschäftigten, vor allem die Badegäste werden es den Städten danken. Die Reise, die jetzt angetreten wird, kann nur heißen: Zurück in die Zukunft.

Das Freizeitbad muss wieder das werden, was es vor der Verpachtung an die Interspa war: ein Volksbad für alle Ulmer, Neu-Ulmer und die Menschen aus dem Umland. Sicher auch mit Wellness-Angeboten, vor allem aber mit verträglichen und familienfreundlichen Eintrittspreisen. Diesbezüglich hatte Interspa den Bogen mehrfach heftig überspannt. Und wenn dann noch die Hygiene zu wünschen übrig lässt und das Ausführen von selbst kleinen Reparaturen nicht klappt, muss man sich nicht wundern, wenn woanders gebadet wird. Vor beiden Städten liegt  noch ein mühsamer Weg: Sie müssen schnell das verlorengegangene Vertrauen zurückgewinnen.