Kommentar Magdi Aboul-Kheir über das Ulmer Zelt Kommentar zum Ulmer Zelt

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Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Ulm / Magdi Aboul-Kheir 09.07.2018

Mehr als 20 000 Besucher in den Abendveranstaltungen, zehn ausverkaufte Auftritte, gute Stimmung in der Au: Die Bilanz dieser 32. Spielzeit des Ulmer Zelts kann sich wieder sehen lassen. Sogar das Wetter spielte fast immer mit. Ja, das Zelt steht 2018 gut da – das ist sowohl konkret als auch symbolisch gemeint.

Schade ist, dass ausgerechnet das wohl tollste Konzert – der Auftritt Asaf Avidans – eine Minus-Veranstaltung war. Die Tickets kosteten 50 Euro, der Abend war nicht ausverkauft. Aber daraus sollten nicht die falschen Schlüsse gezogen werden. Die Macher sollen allemal etwas wagen dürfen, nicht immer auf Nummer sicher setzen müssen. Konsens ist in der basisdemokratischen Veranstaltung Ulmer Zelt wichtig, darf aber nicht auf Kosten des inhaltlichen Profils gehen.

Denn auch wenn das Zelt 2018, wie es immer so schön heißt, für jeden Geschmack etwas geboten hat: Ein paar Ecken und Kanten mehr dürfen es im Programm sein. Junge Acts, schrägere Comedy, auch mal Elektro – warum nicht? Das Zelt hat sich über Jahrzehnte den Ruf erarbeitet, konstant Qualität zu bieten. Aber Konstanz bedeutet nicht unbedingt, sich nicht zu verändern.

Um eine erfolgreiche Zukunft zu haben, muss das hinter den Kulissen arbeitende, überwiegend in Ehren ergraute Zelt-Team genau überlegen: Wo muss man sich treu bleiben, wo mit der Zeit gehen? Auch das benötigt Mut. Und den darf das Zelt mit seinem starken Standing in Ulm durchaus haben.

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