Ulm Kommentar zum Tag des Denkmals: Lebendige Vergangenheit

JAKOB RESCH 12.09.2016
Der Denkmaltag stiftet Gemeinsamkeit. Das zeigte sich auch 2016 wieder. <i>Ein Kommentar von Jakob Resch.</i>

Dekan Ernst-Wilhelm Gohl war gestern Mittag unterwegs, um gute Stimmung zu machen. War was schiefgelaufen im Gottesdienst? Iwo! Doch die Schlange der Menschen, die für Karten für die diversen Münsterführungen anstanden, war mal wieder derart lang, dass sich hätte Ungeduld breitmachen können.

So ist das am Tag des offenen Denkmals, an dem das Münster wieder neben neun anderen Ulmer Objekten die Türen zu sonst für die Öffentlichkeit abgesperrten Räumen geöffnet hat. Der Ansturm setzte sich bis unters riesige Dach des Salzstadels und in den engen Keller in der Büchsengasse 12 fort. So trafen sich die Ulmer am Wochenende nicht nur auf den vielen Festle zum Feiern, sondern auch aus Interesse an ihrer Geschichte.

Das dokumentierte auch die Tagung der Stadtbibliothek über den Ulmer Dominikanerbruder Felix Fabri, der nun auch schon wieder 514 Jahre tot ist, und sein Werk. Olle Klamotten, verstaubter Stoff? Von wegen. Bibliothekar Alexander Rosenstock angesichts der Besucherkulisse: „Das übersteigt voll und ganz unsere Erwartungen.“

Es ist nicht zuletzt diese geteilte Neugier, für die im Haus „Engländer“ am Weinhof auch Neues zum größten Ulmer Albert Einstein bereitgehalten wurde, die die Stadt auf ein starkes gemeinschaftliches Fundament stellt. Heimatliebe schafft Zukunft. „Gemeinsam Denkmale erhalten“, so hieß das Motto des diesjährigen Denkmaltags. Man könnte diesen Satz auch umdrehen: Denkmale erhalten Gemeinsamkeit.