Kommentar zum Schwörmontag: Fest der Jugend

JAKOB RESCH 13.07.2016
Der Schwörmontag hat sich gewandelt. Die Stadt geht mit der Zeit. Gut so. <i>Ein Kommentar.</i>

Einige Jahre lang lag ein schwerer Schatten auf dem Schwörmontagsfest. Mit einer immer größer werdenden Party, mit DJs und der Mega-Location Münsterplatz schien das Stadtfest abzugleiten in reine Lärmerei, Sauferei, Sauerei und andere Unverschämtheiten. Diese Einschätzung war durch eklige Folgen im Stadtbild belegt. Nachhaltig getragen war sie aber von einer staatstragenden Sicht auf das alte Verfassungsfest, gut bürgerlich beleidigt. Das scheint sich erledigt zu haben.

Es hat sich ein nüchterner Blick und die Einsicht in den Wandel der Zeit durchgesetzt. Dieses Signal geht 2016 von der Stadtverwaltung aus, was womöglich auch am neuen Oberbürgermeister liegt. Nicht, dass es eine Kehrtwende gegeben hätte: Bürgerdienste und Polizei haben über Jahre an einem zeitgemäßen Konzept getüftelt. Es muss nicht nur Auswüchse eindämmen speziell zum Schutz der Jugend vor sich selber, sondern vor allem der schieren Masse der Besucher Herr werden. Das hat sich eingespielt.

Die Kunst dabei ist, nicht den Spaß an der Sache zu verlieren und ihn damit anderen zu verderben. Mission erfüllt: 2016 freuen sich Verantwortliche wie Sabine Gauß im Rathaus über immer mehr wilde Nabader, die sogar mit Bussen anreisen. Und wenn da die Themenschiffe untergehen? „Das hat sich jetzt einfach gewandelt.“ 2016 freut man sich über eine „supertolle Stimmung in der Stadt“. 2016 freut man sich über Jugendliche aus der ganzen Region (und zum Glück nicht aus der ganzen Welt).

Punkt für Ulm.

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