Ulms Langzeitstadtrat Hans-Walter Roth gilt als eifriger Anträge-Schreiber und war schon für manchen Schnellschuss gut. Mit seiner jüngsten Rakete, das Silvesterfeuerwerk per kommunalem Beschluss einzudämmen, indem die Stadt ihre Verbotszonen ausweitet, trifft er allerdings ins Schwarze.

Ihm geht es nicht nur um die potenzielle Brandgefahr durch irregeleitete Feuerwerkskörper, sondern um Umweltaspekte. Nicht umsonst hat Roth seinen zehn Jahre alten Antrag recycelt und ums Thema „Feinstaubbelastung“ ergänzt. Die Fakten sind erdrückend. Mag sein, dass Böller und Co. für die meisten eine nicht wegzudenkende Tradition sind. Aber gerade in Großstädten werden in der Stunde nach Mitternacht oft Horror-Werte von 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erreicht. Zum Vergleich: Der Jahresmittelwert liegt bei innerstädtischen Messpunkten im Schnitt bei 17 Mikrogramm.

Ein generelles Verbot fordert auch Roth nicht, er weiß, dass dies gesellschaftlich kaum durchsetzbar wäre. Aber ein Anfang könnte nach dem Vorbild anderer Städte durchaus gemacht werden, Devise: Wer sein Geld verpulvern will, möge das bitte in der Peripherie, vielleicht im Industriegebiet Donautal, nicht aber in der dicht besiedelten Kernzone tun. Der sich mit Titel „Zukunftsstadt“ schmückenden Stadt Ulm würde das gut zu Gesicht stehen.