Neu-Ulm Kommentar zum Donaucenter: Ein Fall für die Justiz?

Neu- Ulm Donaucenter
Neu- Ulm Donaucenter © Foto: Volkmar Könneke
EDWIN RUSCHITZKA 11.02.2013
Die Staatsanwaltschaft in Memmingen muss sich jetzt mit den Legionellen im Neu-Ulmer Donaucenter beschäftigen. Ist das tatsächlich auch ein Fall für die Justiz? Zweifel müssen erlaubt sein.

Dass die Justiz alles Mögliche überprüfen muss, ist keineswegs ein neuer Umstand. Und so muss sich jetzt auch die Staatsanwaltschaft in Memmingen mit den Legionellen im Neu-Ulmer Donaucenter beschäftigen. Aber ist das tatsächlich auch ein Fall für die Justiz? Zweifel müssen erlaubt sein.

Dass im Leitungssystem Legionellen gefunden wurden, ist einer neuen Gesetzeslage zu verdanken, wonach nicht nur öffentliche, sondern auch private große Wohnanlagen routinemäßig überprüft werden müssen. Die Ergebnisse wurden dem Gesundheitsdienst auch übermittelt, der seine Schlüsse gezogen und das Duschverbot verhängt hat. Dass dieser leidige Umstand schon seit einem Vierteljahr besteht, ist für die Bewohner sicherlich eine Qual. Und zum Glück ist auch noch niemand ernsthaft erkrankt.

Ob das Donaucenter ein Fall für den Staatsanwalt vielleicht sogar für die Gerichte ist, werden die in Memmingen eingeleiteten Ermittlungen ergeben. Die Bewohner selbst kann das nur wenig trösten. Sie haben ein Recht darauf, dass die Hausverwaltung eine schnelle Sanierung des in die Jahre gekommenen Leitungsnetzes veranlasst. Da hilft der gebetsmühlenartige Hinweis auf die Größe der Anlage und die damit einhergehenden Schwierigkeiten auch nicht weiter. Aber nachdem es auch hier keine gesetzlichen Fristen gibt, werden sich die Bewohner wohl weiter in Geduld üben und aufs Duschen verzichten müssen.