Ulm Kommentar zu Scala: Wissen sie noch, was sie tun?

Ulm / REGINA FRANK 11.12.2013
Tausende Scala-Kunden der Sparkasse Ulm zermartern sich den Kopf, wie sie mit ihrem Ersparten am Besten verfahren. Die Bank hat dem Auftrag, dem Kunden zu dienen. Doch im Moment drängt sich der Eindruck auf, sie verfolge vor allem eigene Interessen. Ein Kommentar von Regina Frank.

Tausende Scala-Kunden zermartern sich den Kopf, wie sie mit ihrem Ersparten am Besten verfahren. Die einen sind in diesen Tagen gezwungen zu entscheiden, ob sie sich von ihrem Vertrag trennen oder nicht. Die anderen, die auf Alternativangebote ihrer Bank umgestiegen sind, bereuen dies womöglich schon.

Die Sparkasse reizt die selbstgesetzte Umstellfrist bis zuletzt aus und lässt ihre Kunden im Unklaren. Auf zentrale Fragen bleibt sie bis dato Antworten schuldig. Kalkuliert sie mit einer kleinen Zahl an Kunden, die sich durchringen, den Scala-Ärger gerichtlich und im Einzelfall klären zu lassen? Dabei sollten sich Vorstand und Verwaltungsrat ihres öffentlich-rechtlichen Auftrags bewusst sein, wonach sie dem Gemeinwohl verpflichtet sind, um nicht zu sagen: Ihr Auftrag ist, dem Kunden zu dienen. lm Moment drängt sich der Eindruck auf, sie verfolgen vor allem eigene Interessen: Die hochverzinsten Verträge sind ein Klotz am Bein, den sie loswerden wollen, weil er eigenen Angaben nach die Kreditvergabe erschwert. Ob sich die Bank in einer echten Notlage befindet, ist indes fraglich, zumal diese nicht hinreichend untermauert ist. Wie schwer die jährliche Zinslast durch die Problem-Sparbücher wiegt, weiß die Öffentlichkeit nicht.

Die Sparkasse ist auf dem besten Weg, den schon erlittenen Imageschaden noch zu vergrößern. Sie verpasst gerade einen entscheidenden Zeitpunkt, an dem sie hätte Vertrauen zurückgewinnen können. 

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