In der Ulmer Gastronomie-Szene liegen bei vielen die Nerven blank. Das war zuletzt am Wochenende zu sehen, als es wegen eines DJ-Sets und Tanz im neuen Kulturbiergarten zu bösen Worten und Beschwerden kam. Verwunderlich ist das nicht, denn nur wenigen hat die Corona-Krise so zugesetzt wie Gastwirten, Lokalbetreibern und Bar-Besitzern. Existenzen stehen auf dem Spiel. Und für Clubs sieht die Lage besonders düster aus, denn wann sie wieder öffnen können, ist noch überhaupt nicht raus.

Viele Gastronomen sind zu Beginn der Corona-Krise in eine Schockstarre verfallen. Aber nur sehr kurz – dann haben sie überlegt, wie sie irgendwie über die Runden kommen können. So entstanden fast über Nacht Liefer- und Abholservices, manche Gastronomen schlossen sich auch zusammen. Es gab Kundgebungen und eine beeindruckende Fotoaktion.
Zu behaupten, die gastronomische Szene in Ulm sei durch die Krise solidarisch zusammengewachsen, wäre zwar arg übertrieben. Aber dass Not tatsächlich erfinderisch macht und manche Mitbewerber zusammenrücken lässt, war doch eindrucksvoll zu beobachten. Das gilt nun auch für die Kneipen-Markthalle „Zirkel 854“: eine Idee mit Charme und Potenzial. Zu hoffen ist, dass nicht nur die Macher die Corona-Regeln ernst nehmen, sondern auch das Publikum mitspielt und vernünftig Spaß hat.