Neu-Ulm Kommentar Wahlwerbung: Der Falschspieler

Die Noerenberg-Unterstützer für diese Anzeige, die am Tag vor der OB-Stichwahl in Neu-Ulm erschienen ist, hat vor allem Stephan Salzmann geworben. Jetzt hat er damit mächtig Ärger bekommen.
Die Noerenberg-Unterstützer für diese Anzeige, die am Tag vor der OB-Stichwahl in Neu-Ulm erschienen ist, hat vor allem Stephan Salzmann geworben. Jetzt hat er damit mächtig Ärger bekommen. © Foto: Volkmar Könneke
Neu-Ulm / EDWIN RUSCHITZKA 12.04.2014

Stephan Salzmann, der Shootingstar der Neu-Ulmer Kommunalpolitik, ist in Erklärungsnot gekommen. Und der Vorwurf ist nicht von Pappe: Er soll unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Unterstützer-Anzeigen für CSU-Amtsinhaber Gerold Noerenberg gesammelt haben. Er, der im ersten Wahlgang unterlegene PRO-Kandidat, hatte am Wahlabend noch vollmundig erklärt, keine Wahlempfehlung abgeben zu wollen, weil er sich nicht zum Steigbügelhalter des CSU-OB machen lassen wolle.

Schnell kam die Kehrtwende bis hin zu von ihm geschalteten Anzeigen, in denen er sich schier überschwänglich als Noerenberg-Fan outete. Darüber darf sich jeder seine Gedanken machen. Glaubwürdigkeit hin oder her, auch das ist sein gutes Recht. Völlig daneben wäre es aber, wenn er als Vorsitzender von "Wir in Neu-Ulm" seine Mitglieder für einen allgemeinen Wahlaufruf geworben und dann zu Noerenberg-Unterstützern gemacht haben sollte. Im Fall des Lokals "Il Gusto" scheint genau das der Fall zu sein. Und richtig brenzlig wird es im Fall der Metzgerei Geydan-Gnamm. Obwohl sich die Chefin die Noerenberg-Werbung ausdrücklich verbeten hatte, tauchte Salzmann bei den Zeitungen auf, um auch die Metzgerei als Unterstützer zu präsentieren. Hier ist es minutiös nachweisbar, dass Salzmann falsch gespielt hat.

Offenbar scheint ihm der Achtungserfolg, im ersten Wahlgang 12,5 Prozent geholt zu haben, zu Kopf gestiegen sein. Schon in eigener Sache vermengte er den WIN-Vorsitz mit seiner OB-Kandidatur. Er verdingte sich als Helfer des CSU-OB und träumt jetzt davon, dass er mit Hilfe der CSU zum Bürgermeister gewählt wird. Nein, wer so agiert, taugt weder zum WIN-Chef und erst recht nicht zum Bürgermeister.