Ulm Kommentar Ströbele: Der Gast hat es in der Hand

Ulm / CAROLIN STÜWE 25.03.2014

Das Ströbele macht zu. Ende Juni schon. Eine traurige Nachricht für Ulm. Nach dem Café Ockerländer und dem Café Jehle beispielsweise wäre dies das nächste Traditionscafé, das von der Bildfläche verschwindet. Das wäre schade.

Aber noch besteht Hoffnung, dass sich ein Nachfolger findet, der die Qualität von Torten, Teegebäck und Pralinen aufrecht erhält. Fraglich ist nur, ob die Volksbank Ulm-Biberach ihren Mietpreis den Räumlichkeiten des veralteten Gebäudes angleicht. Der schattige Eingang neben den Briefkästen und die schwarze Steintreppe hinauf ins Kaffeehaus im ersten Stock sind nicht gerade einladend. Das Bistro-Café in der Nachbarschaft punktet dahingehend mit einer Glasfassade.

Sollte sich bei Ströbele eine für Mieter und Vermieter zufriedenstellende Lösung finden und ein Kaffeehaus mit alten Rezepten und neuen Ideen bald wieder öffnen, hat es dann der Gast in der Hand, ob dieses Café überlebt.

Es muss ein "Geheimtipp" werden für Verbraucher, die es zu schätzen wissen, wenn Kuchen nicht aus Backmischungen zusammengerührt werden und der Konditor die Eier noch einzeln aufschlägt, statt das Eigelb in der Tetrapackung zuzukaufen. Jedoch müssen die Gäste bereit sein, für diese Qualität mehr zu bezahlen als in der Bäckereikette.

Falls nicht, wird dasselbe passieren wie mit den wiederbelebten Dorfläden. Sie sterben aus, weil die Kunden doch in den Supermarkt gehen.