Eine Seilbahn rauf zur Wilhelmsburg? Warum eigentlich nicht? Eine Seilbahn hat mehrere Vorteile gegenüber einer Straßenbahn: Erstens tendiert die Wahrscheinlichkeit, dass sich Autofahrer im Gleisbett einer Seilbahn verirren, eher gegen Null. Zweitens kommen Autofahrer, die sich im Straßenverkehr verbotenerweise auf 180-Grad-Wenden spezialisiert haben, einer Seilbahn, sagen wir mal, etwas seltener ins Gehege. Und drittens: Auf Weichen, an denen Kabinen entgleisen, kann eine Seilbahn im Normalfall verzichten.

Aber im Ernst: Die Wilhelmsburg mit einer Kabinenbahn zu erschließen, hat zweifellos einen gewissen Charme. Dem sollte man allerdings nicht zu schnell erliegen, sprich: Aller Begeisterung zum Trotz muss im ersten Schritt definiert werden, was die Stadt mit der Wilhelmsburg beabsichtigt. Im zweiten Schritt gilt es dann, die Konzeptskizze „City-Cable-Car Ulm“ wieder aus der Schublade zu holen, die der Landschaftsplaner Berthold Stückle vor Jahren schon erstellt und dem Ulmer Gemeinderat präsentiert hat. Und im dritten Schritt geht es um die Kosten, die Stückle mit rund 20 Millionen Euro beziffert hat: für Seilbahntechnik, Fundamente, Gebäude und Infrastruktur.

Freilich: In Ulm ist die Gefahr groß, dass die Seilbahn mehr steht als fährt.

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