Kommentar Partykonzept: Fair verhandeln

FRANK KÖNIG 05.03.2013

Mehr Sicherheit für die Besucher der Ulmer Innenstadt an Schwörmontag durch ein vorgezogenes Ende des Ausschanks um 23 Uhr: Diese Entscheidung im Gemeinderat hat bei Gastronomen und Eventveranstaltern wie eine Bombe eingeschlagen. Die Verkürzung um eineinhalb Stunden bedeutet natürlich herbe Umsatzverluste am frequenzstärksten Tag überhaupt.

Das Rathaus reagiert damit auf den starken Alkoholkonsum, den Scherbenmüll und die aggressive Atmosphäre vor allem im Bereich der oberen Bahnhofstraße - während auf dem Münsterplatz wegen der Sperrgitter und Security alles in Ordnung ist. Die Gegner dieses Beschlusses haben Zweifel, ob er wirkt und vor allem das Mitbringen von Glasflaschen verhindert.

Eines hat das städtische Konzept auf alle Fälle schon bewirkt: Die Betroffenen verstehen, dass die Partywelt nicht mehr die gleiche ist und Aspekte wie Sicherheit und Rücksicht mehr in den Vordergrund rücken. In bemerkenswerter Professionalität und enormem Tempo machen sie sich nun diese Themen mit der Kampagne "Fair feiern in Ulm" zu eigen und sprechen die gesamte Bandbreite der Probleme an: von Lärm über Alkohol bis Vandalismus. Dafür wollen sie andererseits die Diskussionsgrundlage verbreitern und Zugeständnisse bei der Außenbewirtschaftung im Sommer haben.

Es ist wichtig, dass das Fair-Konzept über bloße Appelle hinausgeht und nachhaltige Erfolgsaussichten hat. Dann sollte man darüber fair verhandeln.